tiver Rahmenbedingungen und Möglichkeiten der Refinanzierung am In- terbankenmarkt,21 eine Refinanzierung der Notenbank in Anspruch zu nehmen. Im Anschluss werden darauf aufbauend, mit einem Zinsauf- schlag Kredite vergeben und damit das Kreditangebot gleich dem Geldan- gebot gesetzt. Auf diese Weise wird Geld endogen im System geschaffen und nicht exogen von der Notenbank induziert. Grundsätzlich gleich zwi- schen dem standardökonomischen und dem postkeynesianischen Ansatz sind die AkteurInnen, die in den Geldschöpfungsprozess involviert sind. Allerdings ändert sich die Stellung der Notenbank; diese hat hier nicht mehr das Primat und die Kontrolle über das Geldangebot, sondern ist im Prozess von den AkteurInnen letztgereiht. Freilich wird der Notenbank nicht abgesprochen einen Einfluss im Prozess des Geldangebots zu haben, schließlich stellt die Notenbank Reserven für die Geschäftsbanken zur Verfügung zu einem bestimmten Zinssatz, wodurch das Zinsniveau auch für die InvestorInnen mitbestimmt wird (es handelt sich um den Zen- tralbankzins plus den Zinsaufschlag, den die Geschäftsbanken verrech- nen), doch die Notenbank hat keinerlei Einfluss auf die Investitionsent- scheidungen der UnternehmerInnen/Haushalte selbst. Sind die Erwartun- gen schlecht, besteht konjunkturelle Unsicherheit, so werden die Investi- tionsentscheidungen und damit die Kreditnachfrage an sich sinken. Aus geldpolitischer Sicht bedeutet das, dass die Notenbank im Rahmen von Zinspolitik (nicht im Rahmen einer Geldmengensteuerung) in den Prozess eingreift/eingreifen soll. Diese Konzeption des endogenen Geldes erfüllt die unter 2.1 beschrie- benen wesentlichen Eckpfeiler des postkeynesianischen Ansatzes: Das Geldangebot ist nachfragegesteuert und kreditgetrieben. Das bedeutet, dass die Verschuldungspositionen in der Ökonomie einen wesentlichen Stellenwert einnehmen und Investitionen nicht unmittelbar durch vorheri- ges Sparen determiniert sind. Vor allem bei einer genaueren Betrachtung der Alternativen der Geschäftsbanken zu einer Refinanzierung bei der Notenbank wird die Bedeutung des herrschenden institutionellen und strukturellen Rahmens in den Vordergrund der Analyse gerückt. Damit sind wiederum Analysen möglich, die die Bedeutung von strukturellen Ver- änderungen beleuchten und auf diese Weise dem Postulat der histori- schen Zeit entsprechen. Studien zeigen in diesem Zusammenhang etwa, dass durch eine steigende Globalisierung und Internationalisierung von Geschäftsbanken auch vor einen entwicklungsökonomischen Zusam- menhang eine Entwicklung vom exogenen Geld hin zum endogenen Geld argumentiert werden kann. In diesem Zusammenhang argumentieren Dow/Gosh/Ruziev (2008) vor dem Hintergrund der Integration der Trans- formationsstaaten Zentraleuropas, dass innerhalb weniger Jahre (seit Be- ginn der Transformation) eine rasante Entwicklung im Hinblick auf ein in- ternational tätiges Bankensystem durchlaufen wurde und in diesem Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 2 132