der Finanzkrise angeführt und Papadimitriou und Wray verdeutlichen in ihrem Vorwort zum Buch: „There has been a steady demand for the book since it went out of print. Used copies offered on the Internet commanded prices upward of a thousand dollars. In 2007, interest on Minsky’s work suddenly exploded as the financial press recognized the relevance of his analysis to the rapidly unfolding mortgage-backed securities market melt- down.“28 Anwendbar für die Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 sind nicht nur Minsky’s Analysen steigender Instabilität29 – im Zeitablauf durch einen steigenden Verschuldungsgrad der Unternehmen, sondern auch die über die konjunkturellen Zyklen hinaus beobachtbaren institutionellen Verän- derungen, die zu weiterer Instabilität beitragen. Zunächst bedeutet das, dass durch eine langandauernde Boomphase UnternehmerInnen positive Erwartungen in die Zukunft haben und demnach, den kapitalistischen For- derungen nach Investitionen und wirtschaftlichem Wachstum folgend, vor- übergehende Veränderungen in ihrer Verschuldungsstruktur hinnehmen werden, um in der Zukunft höhere Gewinne lukrieren zu können. Das heißt somit, dass ein Anteil der Unternehmen, die bisher eine sichere – hedge – Finanzierungsstruktur aufwiesen und nicht nur ihre Zinsen, sondern auch ihre Kreditsumme aus den laufenden Einnahmen zurückzahlen konnten – „The cash flows from assets in position are expected to exceed the cash flow commitments on liabilities for every period“30 – zunehmend in eine weniger stabile Finanzierungsstruktur – der spekulativen Finanzstruktur – wechseln. In diesem Verschuldungsszenario kann das Unternehmen nur noch die Zinsen aus den laufenden Einnahmen zahlen. In der instabilsten Verschuldungsstruktur befindet sich das Unternehmen schließlich in der Ponzi-Phase. Hier müssen immer wieder neue Verbindlichkeiten einge- gangen werden, um die bestehenden bedienen zu können. „A Ponzi finan- ce unit must increase ist outstanding debt in order to meet ist financial obli- gations.“31 Obwohl davon ausgegangen werden kann, dass ein bestimm- ter Anteil an Unternehmen auch am Beginn eines konjunkturellen Auf- schwungs eine ponzi Struktur aufweist, so geht Minsky davon aus, dass durch einen andauernden Boom mehr Unternehmen in die hochspekulati- ven Finanzierungsstrukturen wechseln und somit eine boomgetriebene Instabilität hervorrufen. Ist die Wachstumsphase zu Ende, etwa durch das Platzen einer Blase, entsteht ein Minsky-Moment, der die höher spekulati- ven Unternehmen aus dem Markt drängt. Auf diese Weise können kon- junkturelle Auf- und Abschwünge erklärt werden. Der postkeynesianische Ökonom Thomas Palley (2011) hat die Instabili- tätshypothese von Minsky auf eine mittel- bis langfristige Ebene transpo- niert (siehe Abb. 1). Zur Verdeutlichung dessen wird gezeigt, dass durch eine Lockerung des institutionellen Rahmens – was in Abb. 1 durch die Veränderungen der Linien an den jeweiligen Wendepunkten dargestellt Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 2 136