tragen. Außergewöhnliche wirtschaftspolitische Maßnahmen sind notwen- dig, um die gesamtwirtschaftliche Schuldenquote zu verringern. Wesent- lich ist, dass die Gläubiger ihren gebührenden Anteil daran tragen. Eine Verteilung der Bankenprobleme auf alle Steuerzahler ist der falsche Weg. Schulden und Vermögen müssen parallel verringert werden, damit neue Kredit- und Investitionsbereitschaft entstehen kann. Das sollte auf sozial verträgliche Weise erfolgen: durch sehr niedrige Zinssätze, höhere Infla- tionsraten, Vermögenssteuern und gegebenenfalls Schuldennachlass (z. B. Griechenland). Umverteilungspolitik ist nicht nur aus sozialen, son- dern auch aus ökonomischen Gründen notwendig, um neue Wachstums- impulse zu setzen. Anmerkungen 1 Roubini, Mihm (2011) 118f. 2 Für die EU wies Tichy (2013) die zentrale Bedeutung der Brutto-Finanzierungsströme der Banken für die Finanzkrise nach. 3 Zur Bedeutung des Niveaus der Schulden und Vermögen (Überforderung) siehe Dietz (2011). 4 Wenn die Schuldenquote eines volkswirtschaftlichen Sektors 90% oder 100% des BIP erreicht, dann steigt das Risiko der Zahlungsunfähigkeit rapid. 5 Bernanke (2005) 1f prägte dafür den Begriff „savings glut“. 6 Siehe dazu Walterskirchen (2012a) 132f. 7 Rajan (2010) 8. 8 Ebendort 9. 9 Kumhof, Ranci?re (2010) 6. 10 Obstfeld, Rogoff (2009) 1. 11 Walterskirchen (2012b) 288. 12 Keynes (Hamburg 2008) 74. 13 Roubini, Mihm (2011) 117. 14 Rajan (2010) 17. 15 Krugman (2012) 67. 16 Blanchard, Leigh (2013) 4f. 17 Graeber (2011) 13ff. Literatur Bernanke, Ben, The Global Savings Glut and the U.S. Current Account Deficit (Richmond 2005). Blanchard, Olivier; Leigh, Daniel, Growth Forecast Errors and Fiscal Multipliers (= IMF Working Papers 13/1, Washington D. C. 2013). Davidson, Paul, Was würde Keynes heute tun? (Kulmbach 2011). Dietz, Raimund, Geld und Schuld (Marburg 2011). Graeber, David, Debt: The first 5000 years (New York 2011). Keynes, John Maynard, On Air: Der Weltökonom am Mikrofon des BBC (Hamburg 2008). Kumhof, Michael; Ranci?re, Romain, Inequality, Leverage and Crises (= IMF Working Paper 10/268, Washington D. C. 2010). Krugman, Paul, End this depression now (New York 2012). Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 2 164