Änderungen von Immobilienwerten durch Eingriffe in die Landschaft (z. B. Infrastrukturmaßnahmen) sollten vor der Beschlussfassung durch ein Massenbewertungssystem modelliert werden, um die Änderung auf- zuzeigen und deren Zuordnungen zu Marktteilhabern zu ermöglichen. 5. Zusammenfassung und Ausblick In Österreich ist eine Vielfalt an Daten vorhanden, die zur Bestimmung marktnaher Liegenschaftswerte herangezogen werden können. Da ein Großteil dieser Daten österreichweit, georeferenziert und digital verfügbar ist, bildet er damit eine hervorragende Datenbasis für die Bestimmung marktnaher Liegenschaftswerte. Der Kataster kann als Grundlage für die Verknüpfung der verschiedenen Fachdaten dienen. Die Ermittlung von dem Verkehrswert nahekommenden Werten für alle Liegenschaften hat gegenüber den bisherigen Einheitswerten viele Vortei- le, die erst voll zum Tragen kommen, wenn diese Daten mehrfach genutzt werden können und ein einfacher und öffentlicher Zugriff auf diese mög- lich ist. Die breite Palette von Anwendungsmöglichkeiten spricht für enge insti- tutionelle Kooperationen unter Einbeziehung von Öffentlich-privaten Part- nerschaften (Public-Private-Partnerships) bei der Datenerfassung und Führung des Systems. Die Diskussion über praktikable Bewertungsver- fahren auf Basis bestehender Methoden soll durch Einbeziehung von Mo- dellen und bewährten Systemen marktnaher Wertermittlung in anderen Ländern angereichert werden. Da die Auswahl der zu verwendenden Daten und deren relative Wertig- keit auch politische Dimensionen hat, ist sie daher auf technischer Ebene nicht eindeutig zu treffen. Politische Entscheidungen über gewünschte Änderungen und deren Auswirkungen sind also notwendig. Marktnahe Liegenschaftswerte werden Eingang in viele Prozesse der öffentlichen Verwaltung und der Privatwirtschaft finden, sobald sie flä- chendeckend verfügbar und ausreichend treffsicher sind. Jedenfalls wird dadurch das Risiko im Umgang mit Liegenschaften minimiert, die Planbar- keit verbessert und die Effektivität des Liegenschaftsmanagements er- höht. Anmerkungen 1 Vgl. Musgrave et al. (1990) 4. 2 Fessler et al. (2009) 127. 3 Zu den vermögensbezogenen Steuern in Österreich siehe Rossmann (2006) und Schratzenstaller (2011). Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 2 186