schädliche Wirkungen39 erzeugt, erscheinen eigentumsersetzende Dienst- leistungen als vielversprechend. Vor dem Hintergrund des Wandels hin zu profitorientierten Car-Sharing- Organisationen ist sowohl die ökologische Wirkung als auch die dominan- te Zielsetzung aber von Fall zu Fall zu hinterfragen. So bietet beispielswei- se die Volkswagen AG mit „Mietermobil“ wohnanlagenbezogenes Car- Sharing gezielt in Studierendenheimen an. Dadurch werden neue Nut- zungsmöglichkeiten und zusätzliche Automobilität bei bisher „autolosen“ Personen geschaffen. Ebenso erscheint es zweifelhaft, wenn Car-Sharing als Instrument zur Markenbindung eingesetzt wird. Die angebotene Dienstleistung zielt dann darauf ab, dass sich Personen an den motorisier- ten Individualverkehr gewöhnen und später dann selbst ein Auto (einer be- stimmten Marke) kaufen.40 Trotz der Vorbehalte, die vor allem bei Car-Sharing anbietenden Auto- produzenten geboten ist, verweisen aber eine Reihe von empirischen Stu- dien auf positive ökologische Wirkungen von Car-Sharing. So zeigt bei- spielsweise das Wuppertalinstitut anhand einer Ökobilanzierung für Deutschland, dass im Jahr 2005 durch Car-Sharing 142 kg CO2-Äquiva- lente pro Person im Jahr eingespart wurden. Die Effekte ergeben sich zum einem durch das unterschiedliche Alter und die unterschiedlichen Größen der Car-Sharing-Fahrzeuge und der Privat-Pkw (Basiseffekt), zum ande- ren aufgrund der Verringerung der gefahrenen Pkw-Kilometer (Verhal- tensänderungen).41 Ausschlaggebend für die Verhaltensänderung bzw. für den Suffizienzeffekt ist insbesondere die Kostentransparenz, die von Car-Sharing-Anbietern erzeugt wird. Sichtbar werden dadurch nicht nur Tabelle 4: Bewertung Fallbeispiel Car-Sharing Nachhaltigkeits- dimension Kriterium Bewertung Kommentar Ökonomisch Beschäftigung – Dienstleistung als Alternative (Substitutionsmöglich- keit) zum Produktkauf Innovations- fähigkeit o Kein Einfluss Ökologisch Effizienz ++ Stärkere Auslastung/geringere Parkzeiten Suffizienz + Vermehrte Nutzung alternativer Verkehrsträger, bessere Kostentransparenz Konsistenz + Verkehrsplanerische Abstimmung möglich (z. B. durch Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz) Sozial Wohlstands- verteilung + Steigende Mobilitätsoptionen Partizipations- möglichkeiten o Keine Partizipationsmöglichkeiten Quelle: eigene Darstellung. 218 Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 2