die Kosten für den Treibstoff, sondern die gesamten betriebswirtschaftli- chen Kosten, die mit der Dienstleistung der Automobilität entstehen.42 Zu- sätzlich haben noch nicht-monetäre Transaktionskosten (Reservierun- gen, Rückgabe usw.) eine Einfluss auf die Verhaltensänderung. Neben dem Suffizienzeffekt ist bei Car-Sharing noch von einem Effizienzeffekt auszugehen. Car-Sharing-Fahrzeuge werden in der Regel intensiver ge- nutzt, und die Parkzeiten sind geringer als bei privaten Fahrzeugen.43 Die Senkung des Fahrzeugbestandes kann theoretisch dafür genutzt werden, öffentliche Autostellplätze zum Beispiel für FußgängerInnen, Radverkehr oder Begrünung zu verwenden.44 Zusammenfassend lässt sich Car- Sharing wie in Tabelle 4 bewerten. 4.4 Nachhaltigkeit durch Wiederverwendung: Die Einführung von Mehrwegsystemen Als Mehrwegsysteme werden logistische Strukturen bezeichnet, die es erlauben, Verpackungsmaterialien mehrfach zu verwenden. Aus ökologi- scher Sicht führt dies zu einem Rückgang der Gesamtmenge physischen Abfalls, wobei für eine ganzheitliche Betrachtung,45 je nach Kontext, auch die Berücksichtigung etwaiger weiterer Einflussfaktoren, wie höhere Transportwege oder erhöhter Wasser- und Energieverbrauch (etwa zur Aufbereitung von Mehrwegflaschen), erforderlich ist. Die Einrichtung von Mehrwegsystemen, die grundsätzlich in verschiedensten Kontexten zum Einsatz kommen können, bedarf dabei zumeist einer gewissen Anfangsin- vestition, die im Normalfall von den verantwortlichen Unternehmen getra- gen werden muss. In diesem Kontext bietet der österreichische Getränkemarkt ein passen- des Fallbeispiel, den Einfluss gesetzlicher Regulierung auf konkrete Un- ternehmenspraktiken kursorisch zu untersuchen. So hatte etwa die Ein- zelhandelsbranche bis 1996 verpflichtende Wiederbefüllungsquoten im Getränkebereich zu erfüllen – danach erfolgte eine stufenweise Locke- rung, die zuerst (ab 1996) auch die Verbrennung alter Getränkegebinde als Alternative zur Wiederbefüllung erlaubte und später (ab 2001) über- haupt auf gesetzliche Vorgaben zum Mehrweganteil verzichtete und statt- dessen auf einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Handelsbranche be- ruhte. Im gleichen Zeitraum kam es zu einem signifikanten Rückgang der Verwendung von Mehrweggebinden im Getränkebereich. Dieser geht vor allem auf die Einführung von PET-Einwegflaschen sowie die sortiments- seitige Eliminierung und Reduktion gewisser Typen von Mehrwegflaschen (Glas-Mehrwegflaschen, PET-Mehrwegflasche für Limonaden) zurück. Handelsseitig wurde dieser Rückgang vor allem mit den Präferenzen der KonsumentInnen begründet und dabei das schon diskutierte Bild der Kon- sumentInnensouveränität beschworen. Es wird hier vornehmlich auf die 219 39. Jahrgang (2013), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft