gen, kritisch zu hinterfragen. Zusammenfassend lässt sich die Implemen- tierung von Mehrwegketten wie in Tabelle 5 bewerten. Tabelle 5: Bewertung Fallbeispiel Implementierung von Mehrweg- ketten (im Einzelhandelsbereich) Nachhaltigkeits- dimension Kriterium Bewertung Kommentar Ökonomisch Beschäftigung + Positive Beschäftigungseffekte durch Erweiterung der Logistikketten Innovations- fähigkeit + Etablierung neuer Materialien und Entwicklung neuer Distributionssysteme Ökologisch Effizienz o Bessere Ressourcennutzung vs. längere Transport- wege Suffizienz o Reduktion des absoluten Stoffverbrauchs/Müllver- meidung Konsistenz + Oftmalige Wiedernutzung der entsprechenden Güter Sozial Wohlstands- verteilung o Kein Einfluss Partizipations- möglichkeiten + Mehr Flexibilität bei Kaufentscheidungen (Ermög- lichung eines bewussten ökologischen Konsums hinsichtlich der Verpackungsintensität) Quelle: eigene Darstellung. 4.5 Nachhaltigkeit durch Regionalisierung: Regionalwährungen und lokaler Konsum Nach Ricardo (1817) birgt internationale Arbeitsteilung und damit ver- bundener Handel Effizienzgewinne, wenn sich jede Teilnehmerin auf die Produkte spezialisiert, bei denen sie über einen komparativen Vorteil ver- fügt. Mittlerweile hat der internationale Warenverkehr aber ein Ausmaß er- reicht, bei dem die negativen Auswirkungen dieses Systems nur schwer- lich ignoriert werden können. Unter Letztere fallen vor allem die zunehmende strukturelle Abhängigkeit des „globalen Südens“, sukzessi- ve auseinanderdriftende Leistungsbilanzungleichgewichte und ökologi- sche Belastungen durch zunehmendes Transportaufkommen. Gerade Letzterem kann mit dem Konzept einer Regionalisierung von Produktions- prozessen entgegengewirkt werden. Eine Reduktion der Transportwege kann erreicht werden, wenn Unternehmen ihre Vorprodukte von regiona- len Zulieferern beziehen oder Unternehmen ihre Waren direkt in der Regi- on verkaufen. Schwierigkeiten hierbei sind, dass es meist an regionalem Angebot bzw. regionaler Nachfrage fehlt, Waren auf dem Weltmarkt billi- ger zu haben sind oder ungenügend Kenntnisse über lokale Angebote und Absatzmöglichkeiten vorhanden sind.51 222 Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 2