kommens in diesen alternativen Währungen umgesetzt. Einer theoretisch alternativen Lösungsmöglichkeit steht also die kritische Frage nach deren praktischer Wirksamkeit57 gegenüber. Zusammenfassend lässt sich die Einführung von Regiogeld wie in Tabelle 6 bewerten. Tabelle 6: Bewertung Fallbeispiel Regiogeld Nachhaltigkeits- dimension Kriterium Bewertung Kommentar Ökonomisch Beschäftigung + Positive regionale Nachfrageeffekte Innovations- fähigkeit + Mögliche Etablierung neuer (z. B. genossenschaftli- cher) Organisationsformen Ökologisch Effizienz + Kürzere Transportwege Suffizienz o Kein Konsumverzicht Konsistenz + Regionalisierung von Konsum Sozial Wohlstands- verteilung + Finanzierungsoption für zivilgesellschaftliche Initiati- ven/Vereine Partizipations- möglichkeiten + Partizipationsmöglichkeiten bei Ausschüttung (z. B. öffentliche Förderung) bzw. Regulierung (z. B. Zah- lung von Gebühren/Steuern in Regiogeld). Quelle: eigene Darstellung. 4.6 Nachhaltigkeit durch weniger Konsum: Potenziale einer Arbeitszeitverkürzung Der letzte Vorschlag für einen regulatorischen Eingriff ist eine allgemeine Verkürzung von Arbeitszeit. Wie bereits erwähnt, geht ökologischer Kon- sum mit hohen Informationserfordernissen an die KonsumentInnen einher. Menschen, die Zeit haben, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit zu befas- sen, werden eher zu einem solchen Verhalten tendieren (auch weil ökolo- gischer Konsum schon ohne Informationsbeschaffung oft zeitaufwändiger ist: z. B. Fahrrad vs. Auto oder Bioladen vs. Diskonter um die Ecke). Ge- sellschaftliches und politisches Engagement für mehr Nachhaltigkeit ist nicht minder zeitaufwändig. Eine allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit würde hier mehr Raum für private Initiativen jeglicher Art schaffen. Ein zweites ökologisches Argument für eine allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit liefert Sanne (2002) mit dem Verweis auf immanente Zirkulari- tät von Arbeit und Konsum, d. h. dass Arbeit nicht bloß notwendig ist, um Konsum zu finanzieren, sondern diesen auch kulturell legitimiert. Integriert man in dieses Argument nun noch Gewöhnungseffekte, im Sinne der Er- wartungsanpassung an ein bestimmtes Wohlstandsniveau, ergibt sich auf theoretischer Ebene ein sich ständig intensivierender „Teufelskreis“ aus Arbeiten und Konsumieren: 224 Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 2