wertungsstichtag angesetzt und nicht börsennotierte Anteile mit einem ma- thematischen Wert der Anteile, der sich aus dem angepassten Vermögen abzüglich der Verbindlichkeiten ermit- telt (mit zahlreichen Sonderbestim- mungen). Bei der Steuerbasis räumt die franzö- sische Finanz einen Freibetrag ein, der im Jahr 2012 pro Haushalt 1,3 Mio. Euro betrug. Noch 2011 betrug er 800.000 Euro. Außerdem sind be- stimmte Vermögensgegenstände von der Vermögensteuer ausgenommen, wie z. B. näher bezeichnete Kunstge- genstände, immaterielle Vermögens- gegenstände (z. B. IP-Rechte) oder Al- tersrenten und ähnliche Rentenleistun- gen. Bedeutsam ist zudem die Steuer- befreiung für Betriebsvermögen – die der Sicherung von Arbeitsplätzen und Investitionen dient –, welche dann zur Verfügung steht, wenn die Vermö- gensgegenstände dem wirtschaftli- chen Eigentümer für industrielle, ge- werbliche, handwerkliche, landwirt- schaftliche oder freiberufliche Tätigkeit dient und die Tätigkeiten vom Eigentü- mer selbst ausgeübt werden und die hauptsächliche Tätigkeit in Bezug auf die zeitliche Komponente und die Erlö- se des Eigentümers darstellen. Der Steuersatz selbst ist progressiv als Stufentarif gestaltet. Nach dem Freibetrag von 1,3 Mio. wird Vermögen bis 3 Mio. mit 0,25% besteuert und da- rüber hinausgehendes Vermögen mit 0,5%. Bis 2011 betrugen die Progres- sionsstufen noch zwischen 0,55 und 1,8% (in 6 Tranchen). Zusätzlich wurde mit dem Jahr 2012 die bisher beste- hende Höchstgrenze der Besteuerung abgeschafft. Vormals durfte die Ver- mögensteuer zusammen mit der in demselben Jahr gezahlten Einkom- mensteuer die Grenze von 85% des zu versteuernden Einkommens des vor- angegangenen Jahres nicht über- schreiten. Alle Steuerpflichtigen mit einem Net- tovermögen von über 3 Mio. Euro müs- sen ihr Vermögen per Vermögensteu- ererklärung veranlagen und in der Er- klärung die Steuer selbst berechnen. Steuerpflichtige mit einem Nettover- mögen zwischen 1,3 und 3 Mio. müs- sen keine gesonderte Vermögenser- klärung einreichen, sie legen ihre Ver- mögensbestände direkt in ihrer allge- meinen Einkommensteuererklärung dar. Steuerpflichtige mit einem Vermö- gen unter dem Freibetrag müssen nicht jedes Jahr nachweisen, dass ihr Vermögen unter der Freigrenze liegt. Eine Erklärung muss erst bei Errei- chung bzw. Überschreitung der Gren- ze gemacht werden. Überprüft wird durch spezielle Außenprüfungen der Finanzverwaltung. Hier liegt ein spe- zielles Augenmerk auf der Bewertung des Vermögens (insbesondere Grund- vermögen) sowie der Erfüllung der Voraussetzungen für die Steuerbefrei- ung von Unternehmensvermögen. 5.2 Schweiz Die Vermögensteuer in der Schweiz ist keine Bundessteuer, sie wird auf kantonaler und kommunaler Ebene er- hoben. Nur natürliche Personen sind dabei steuerpflichtig. Juristische Per- sonen unterliegen einer jährlichen Ka- pitalsteuer, welche zumindest syste- matisch einer Vermögensteuer ent- spricht und auf das gesamte Eigenka- pital gemäß statutarischer Bilanz erho- ben wird. Dies wird im Folgenden aber nicht näher erläutert. Das Gesamtauf- kommen aus der Vermögensteuer be- trug 2008 umgerechnet etwa 4,5 Mrd. Euro (5,4 Mrd. CHF), was 4,4% der ge- 242 Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 2