Godley, Geoffrey Harcourt, John King, Jan Kregel, Marc Lavoie, Hyman Mynski, Basil Moore, Malcolm Sawyer, Randall Wray – um nur einige sehr we- sentliche zu nennen. Aufgrund der schieren Anzahl an nicht berücksichtigten Personen, und damit auch ihrer Ansichten, ist ein Ver- sehen schlicht unmöglich. Tatsächlich hat die Ausgrenzung bestimmter Sicht- weisen und Personen bei Paul David- son Tradition und Methode. So ver- ständlich und attraktiv Davidsons An- liegen, eine kohärente axiomatische Formulierung der wesentlichen Key- nes’schen Botschaft zu entwickeln und als klare Abgrenzung zum Mainstream zu benutzen, grundsätzlich sein mag, so sehr schießt er dabei jedoch im Ein- zelnen über das Ziel hinaus. Fast schon legendär ist die von Da- vidson (1982, S. 252) in der Scientific Community gestiftete Unruhe, als er ei- nen Streit darüber anzettelte, ob die Bezeichnung „Post-Keynesianismus“ mit (falsch lt. Davidson) oder ohne (ein- zig richtig lt. Davidson) Bindestrich ge- schrieben zu haben werde. In einer ausführlichen Besprechung des Bu- ches von John E. King (2003) in „sei- nem“ Journal of Post Keynesian Eco- nomics schließlich sprach Davidson (2003, S. 263ff) der Kaleckianischen und der Sraffa’schen Schule explizit die Zugehörigkeit zum Post-Keynesia- nismus ab, weil sie angeblich den klas- sischen Axiomen der Ergodizität und der Neutralität des Geldes nicht hinrei- chend abgeschworen hätten. Abgese- hen davon, dass man angesichts neu- erer Beiträge (vgl. Hein, Stockhammer [2011]) zumindest für den kaleckiani- schen Zweig der Literatur ernsthafte Zweifel an der Berechtigung von Da- vidsons Behauptung anmelden muss, ist eine solche Ausgrenzungsstrategie und die implizierte Selbstinthronisie- rung als Gralshüter des einzig wahren Post(-)Keynesianismus in einer offe- nen und freien Wissenschaft nicht ak- zeptabel. Fazit: Paul Davidson hat ein brillan- tes und unbedingt lesenswertes ma- kroökonomisches Lehrbuch geschrie- ben, das sowohl theoretisch als auch wirtschaftspolitisch von höchster Rele- vanz ist. Wer sich aber umfassender über den Post-Keynesianismus in sei- ner ganzen Breite informieren möchte, sollte unbedingt auch einige der ande- ren hervorragenden (Lehr-)Bücher, etwa von Lavoie (1992 und 2006), King (2003), Harcourt (2009) sowie Hein/ Stockhammer (2011), heranziehen. Wenn die keynesianische (Makro-) Ökonomie eines sicher nicht braucht, dann eine dogmatische Verengung. Achim Truger 257 39. Jahrgang (2013), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft Literatur Davidson, P., International Money and the Real World (London 1982). Davidson, P., Setting the record straight on a history of Post Keynesian Economics, in: Journal of Post Keynesian Econo- mics 26/2 (2003) 245-272. Davidson, P., John Maynard Keynes. Great Thinkers in Economics Series (New York 2007). Davidson, P., The Keynes Solution: The Path to Global Economic Prosperity (New York 2009). Hein, E.; Stockhammer, E. (Hrsg.), A Mo- dern Guide to Keynesian Macroecono- mics and Economic Policies (Chelten- ham 2011). Harcourt, G. C., The Structure of Post-Key- nesian Economics: The Core Contribu- tions of the Pioneers (Cambridge 2009). King, J. E., A History of Post Keynesian Eco- nomics Since 1936 (Cheltenham 2003). Lavoie, M., Foundations of Post-Keynesian Economic Analysis (Cheltenham 1992). Lavoie, M., Introduction to Post-Keynesian Economics (Basingstoke 2006).