23 Alesina et al. (2001). Die experimentelle Ökonomie zeigt, dass man auch mit weniger Einkommen zufrieden wäre, wenn die anderen noch weniger hätten; Solnick und Hemenway (1998); Zizzo und Oswald (2001). 24 Freiberger Stiftung (2010) 19; Noll und Weik (2010). 25 Di Tella et al. (2001). 26 Europäische Stiftung (o. J.) Abb. 7. 27 Ebendort Abb. 5. 28 In Clark (2008, 127) zitierte Studien fanden, dass Lebenseinkommensprofile mit zumin- dest mäßigen Steigerungen solchen mit konstanten Einkommen vorgezogen werden, selbst wenn daraus ein niedrigeres Lebenseinkommen resultiert. Nach Inglehart and Rabier (1986) hing die Lebenszufriedenheit in Westeuropa (1973-83) nicht vom laufen- den Einkommen sondern von der Steigerung in den 12 vorangehenden Monaten ab. 29 Europäische Stiftung (o. J.) 3. 30 Umfragen wie Statistiken unterschätzen die Verteilungsprobleme insofern, als sich die Veränderungen vor allem am oberen und unteren Rande der Verteilung abgespielt haben. Die Gruppen am oberen Rand, deren Einkommen besonders stark gestiegen sind, finden sich im obersten Perzentil, kommen somit in der Quintilrelation nicht zur Geltung, und der Ginikoeffizient reagiert bloß schwach auf Änderungen am Rand. Wei- ters werden in den Umfragen die Einkommen am unteren Rand (z.T. mangels Wohnsitz oder Haushalt) wenn überhaupt, dann jedenfalls untererfasst. 31 Bloß Großbritannien, Tschechien und Polen sind diesbezüglich noch ablehnender. 32 Auch hier zeigt sich das übliche Nordost-/Südwestgefälle: in Finnland vertrauen 26% und in Schweden 59% der eigenen Regierung, in Dänemark interessanterweise bloß 42% und in Deutschland 41%. 33 Die anderen Einschätzungen erfuhren zu diesem Zeitpunkt keinen auffälligen Bruch; als Erklärung wären innenpolitische Entwicklungen, etwa die zunehmenden Beschäftigung der Medien mit Korruptionsproblemen (Kompetenzstrafrecht, Anfüttern, Ermittlungen gegen Grasser etc.) denkbar. 34 Das erhält dadurch eine gewissen Plausibilität, als sich die Aussagen von „Altpolitikern“ von denen aktiver i.d.R. vorteilhaft unterscheiden. 35 Witte (1994, 413) erklärt das mit der Differenz von Realbild (die Beurteilung der eigenen Situation), Wunschbild (die Beurteilung eines Zielzustandes) und Mehrheitsbild (die Ein- schätzung anderer vergleichbarer Personen über die Medien). Wenn über Krisen berichtet wird, verändert sich das Mehrheitsbild nach unten. Bleibt das Realbild kon- stant, wird die Differenz zum Mehrheitsbild größer, und man kommt dem Wunschbild relativ näher (verglichen mit dem Abstand zum Mehrheitsbild). Diese subjektiven Kon- struktionen sind die Grundlage von Zufriedenheitsurteilen. Sie werden durch die Ein- schätzung der vergleichbaren Mehrheit (Mehrheitsbilder), dem wahrgenommenen eige- nen Zustand (Realbild) und dem aus den beiden Bildern konstruierten Wunschbild konstruiert. 36 Freiberger Stiftung (2010) 17. 37 Rodrik (1997). 38 Tichy (2011) Abb. 5. Literatur Alesina, A.; et al., Inequality and happiness: Are Europeans and Americans different? (= NBER WP No. 8198, Washington, D. C., 2001). Baker, R.S.; et al., Measuring economic uncertainty (2013); http://www.gfk.com/news-and- events/press-room/press-releases/pages/german-consumer-climate-improves- further.aspx. (9.6.2013). 340 Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 3