sen, was eine Person besitzt – ihre Arbeitskraft, Ressourcen und Einkom- men. Zweitens, Tauschberechtigungen („exchange entitlement mapping“) umfassen alle wirtschaftlichen Möglichkeiten, die einem Individuum bei gegebenem Eigentumsbündel für den Konsum offenstehen, beispielswei- se Produktion oder Handel. Drittens umfasst sein Ansatz zur Erklärung von Intrahaushaltsungleich- verteilung ein Set an richtungsweisenden Merkmalen wie das „breakdown well-being“, die wahrgenommenen Interessen („perceived interests“) und die gefühlten Beiträge („perceived contributions“). Das „breakdown well- being“ beschreibt die Stärke oder die Verwundbarkeit einer Person im Aushandlungsprozess. Die wahrgenommen Interessen bezeichnen den Wert, den eine Person seinem/ihrem Wohlergehen beimisst. Über die ge- fühlten Beiträge zum Haushalt erklärt Sen, wie wesentlich und relevant eine Person sein/ihr Eigeninteresse im Zuge einer Aushandlung ein- schätzt. „Given other things if in the accounting of the respective outco- mes, a person was perceived as making a larger contribution to the overall opulence of the group, the collusive solution, if different, would be more fa- vorable to that person.“16 Sen argumentiert, dass Frauen ihre Eigeninteressen oftmals weniger wichtig nehmen, da ihre Identitäten eng mit den Interessen und dem Wohl- ergehen des Haushaltes bzw. der Familie verknüpft sind. Dieses Überlap- pen von persönlichen und Familieninteressen erhält die ungleiche Intra- haushaltsverteilung von Entscheidungsmacht und Ressourcen. Außer- dem verstärkt die systematische Minderwertschätzung von Beiträgen zum Haushalt und Bedürfnissen von Frauen die geschlechtsspezifische Depri- vation in Haushalten: Frauen haben weniger Entscheidungsmacht, weil ihre Beiträge zum Haushalt weniger wertgeschätzt werden als jene von Männern. Gleichzeitig wird durch diese Wahrnehmungen auch die Ent- scheidungsmacht von Frauen außerhalb des Haushaltes definiert und weist ihnen die Rolle als Zusatzverdienerin rein auf Basis ihres Ge- schlechts zu. Dies wiederrum reduziert die Entscheidungsmacht von Frauen im Haushalt und führt zu einer Minderwertschätzung ihrer Bedürf- nisse sowie im Besonderen ihrer Beiträge zum Haushalt.17 2.4 Determinanten der Verhandlungsmacht von Frauen Abgesehen von diesen vielfältigen Ansätzen zur Erklärung von Intra- haushaltsverhandlungsprozessen, kritisieren feministische ÖkonomIn- nen, dass Haushalte nach wie vor eine Art „Black Box“ in Bezug auf indivi- duelle Präferenzen und die Rolle von Geschlecht und Geschlechterver- hältnissen in Entscheidungsprozessen sind. Wie bereits herausgearbei- tet, werden Individuen und Familien oftmals gleichgesetzt. Dies basiert auf 367 39. Jahrgang (2013), Heft 3 Wirtschaft und Gesellschaft