beschrieben. Hierbei verfügt ein Teil des Paares über die Macht, wichtige und unregelmäßige Entscheidungen, die die wesentlichen Charakteristika des Haushaltes ausmachen, selbst zu treffen und unwichtige, zeitaufwän- dige und tägliche Entscheidungen an die zweite Person zu delegieren. Ab- gesehen davon zeigt sich die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung auch bei der Entscheidungsfindung: Ausgaben für Essen, Haushaltsartikel, Kleidung oder Geschenke erweist sich oftmals als Frauenaufgabe, wäh- rend finanzielle Entscheidungen wie die über Versicherungen oder Kredite typisch männliche Aufgaben sind.24 Bislang konnte auch von feministischer Seite noch nicht klar herausge- arbeitet werden, wie (finanzielle) Entscheidungen in der „Black Box“ Haus- halt tatsächlich vor sich gehen und wer warum wie viel Entscheidungs- macht hat. Entscheidungsmacht aus einer feministischen Perspektive umfasst jedenfalls aber eine Reihe von Faktoren: „some quantifiable, such as individual economic asset, others less so, such as communal/external support systems or social norms and institutions, or perceptions about contributions and needs“.25 3. Empirische Betrachtungen der Entscheidungsmacht innerhalb von Haushalten: Hypothesen Wie die Aushandlungsmodelle gezeigt haben, wird die Entscheidungs- macht einer Person traditionellerweise über ihre Ressourcen gemessen: ihre (bezahlte) Arbeitskraft, Erwerbs- und Nichterwerbseinkommen, Transferzahlungen und ihr Vermögen. Auch der Bildungsabschluss einer Person kann als eine Ressource angesehen werden, die zu ihrer Ent- scheidungsmacht beiträgt.26 Sen (1990) fokussierte beispielsweise auf die Erwerbsbeteiligung von Frauen und Alphabetisierung, da er beides als die wesentlichen Mittel zur Stärkung der Entscheidungsmacht von Frauen in- nerhalb des Haushaltes sah. Andere, wie beispielsweise Osmani (2007), beobachteten die Entscheidungsmacht von Mikrokreditnehmerinnen in Bangladesch anhand der folgenden Indikatoren: Besitz (Vermögen und Landbesitz), Alter, Ausbildungsgrad und Anzahl der Kinder. Eine der um- fangreichsten Arbeiten zu möglichen Indikatoren, um weibliche Entschei- dungsmacht in Ländern des Südens zu beobachten und zu messen, dis- kutiert die Rolle von Einkommen und Beschäftigung (Erwerbs- und Nicht- erwerbseinkommen, Beschäftigungsstatus, Migrationsstatus), Besitz (derzeitiges Vermögen, ebenso wie das Vermögen, das in die Ehe ge- bracht wurde), Humankapital (Ausbildung) im Rahmen von Intrahaus- haltsentscheidungsfindung, aber auch die Rolle von Wissen und Einstel- lungen (über Gesetze, Möglichkeiten, Rolle von Frauen, soziale Rollen etc.).27 369 39. Jahrgang (2013), Heft 3 Wirtschaft und Gesellschaft