päischen relativ ähnlich mit einigen Ausnahmen: In Nordeuropa führt ein ähnliches Ausbildungsniveau nicht in allen Ländern zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, dass Entscheidungen gemeinsam getroffen werden – diesen Effekt sehen wir nur in Norwegen. Während in Finnland das Vor- handensein einer Hausfrau die Wahrscheinlichkeit, Entscheidungen zu- sammen zu treffen, verringert, gibt es in Schweden und Norwegen dazu keinen Effekt. Interessanterweise ist auch eine einfache finanzielle Situati- on in Dänemark positiv damit korreliert, die Entscheidungen gemeinsam zu treffen, während es in den anderen nordeuropäischen Ländern hierzu keine Signifikanz gibt. Der Zusammenhang zwischen unseren Variablen und der Wahrschein- lichkeit, Entscheidungen im Allgemeinen eher zusammen zu treffen, ist in Süd- und Osteruropa deutlich anders als in den bisher beschriebenen Ländergruppen: Im mediterranen Typus wirken die Faktoren legaler Be- ziehungsstatus, Leben in der Stadt ebenso wie Leben am Land (beide im Vergleich zu kleinen Städten) und ein relativ geringer Einkommensunter- schied positiv darauf, die Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Auf der anderen Seite entscheiden Paare weniger gemeinsam, wenn es eine Hausfrau im Haushalt gibt, wenn die finanzielle Situation leicht oder schwierig (jeweils im Vergleich zu normal) ist und je länger die Beziehung dauert – mit Ausnahme von Italien, wo mit zunehmender Beziehungslänge eher gemeinsam entschieden wird. Die anderen Faktoren sind nicht statis- tisch signifikant. Die Ergebnisse für Osteuropa sind diesen Ergebnisse ähnlich, wobei es etwas weniger statistisch signifikante Ergebnisse gibt. Auch hier wird eher gemeinsam entschieden, wenn die Beziehung einen legalen Status hat, man außerhalb einer Kleinstadt (also am Land oder in Großstädten) lebt und der Einkommensunterscheid relativ gering ist. Das Vorhandensein einer Hausfrau sowie nicht-normale finanzielle Situationen (also einfache oder schwierige) bedingen, dass die Entscheidungen eher getrennt getrof- fen werden. In Osteuropa sind Paare mit gleichem Ausbildungsniveau die- jenigen, die am ehesten gemeinsam entscheiden, womit diese Variable nur in Südeuropa keine signifikante Rolle spielt. Ein geringer Altersunter- schied ist nicht in allen osteuropäischen Ländern statistisch signifikant, wenn er es jedoch ist, dann zeigt sich ein positiver Zusammenhang mit einer gemeinsamen Entscheidungsfindung. Das Vorhandsein von Kin- dern hat unterschiedliche Effekte in unterschiedlichen Ländern: In Ungarn findet sich ein positiver, in Rumänien eine negativer Zusammenhang mit gemeinsamen Entscheidungen, im Rest gibt es keine statistische Signifi- kanz. Zusammenfassend sehen wir auch hier interessante Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den europäischen Ländern. Fast in allen Län- dern – abgesehen von Südeuropa – werden Entscheidungen eher ge- 392 Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 3