ein Marktversagen (Trittbrettfahren) durch ein anderes (Monopol) ersetzt, in der Hoffnung auf ein höheres Wohlfahrtsniveau beziehungsweise auf jene Lösung, die Neoklassiker eine second best solution nennen. Ob es sich bei einer der vielen Varianten des Urheberrechts tatsächlich jemals um eine second best solution handelte oder es lediglich eine third, fourth oder hundredth best solution war, ist aufgrund der fehlenden realen und messbaren Alternativszenarien nicht feststellbar. Sowohl alternative Ökonomen wie Plant (1934) oder Arrow (1962) als auch Neoklassiker wie Boldrin und Levine (2002) haben generelle Ein- wände gegen das Konzept des Copyright. Plant schrieb 1934 einen der ersten Artikel, der sich vollends der Ökonomie des Copyright widmete; dort bezweifelt er, dass die vom Copyright ausgehenden Anreize tatsäch- lich relevant für künstlerisches Schaffen sind und kommt zu dem Schluss, dass finanzielle Anreize in diesem Feld nur eine untergeordnete Rolle spielen. Arrow (1962) analysierte, dass Information im Allgemeinen die Charakteristika von öffentlichen Gütern aufweisen und folglich anders be- reitgestellt werden sollten als durch Marktmechanismen. Leider ging Arrow nicht weiter ins Detail, wie eine solche Alternative aussehen könnte. Boldrin und Levine (2002) argumentieren von einer gänzlich anderen Po- sition aus. Sie sehen in dem Schutzrecht eine staatliche Intervention in den Markt, die sie – aus neoklassischer Sicht – prinzipiell ablehnen. Sie ar- gumentieren, dass der „first movers advantage“ – also der Vorteil, der aus dem Zeitvorsprung durch die Erstpublikation gegenüber der Konkurrenz entsteht – und Vertragsfreiheit ausreichen müssen, um auf einem Markt zu reüssieren. Die Zahl der kritischen Stimmen, die ein – wie auch immer konkret verfasstes – Copyright oder Urheberrecht gänzlich ablehnen ist je- doch gering. Der breite Mainstream der ÖkonomInnen sieht im Urheber- recht eine „second best solution“ und befürwortet prinzipiell dessen Exis- tenz. Dennoch handelt es sich um einen Eingriff in den Markt, weshalb der Grundtenor dahin geht, so viel urheberrechtlichen Schutz wie nötig, aber so wenig wie möglich zu gewähren oder, wie es der konservative engli- sche Abgeordnete Thomas Babington Macaulay ausdrückte:1 „Copyright is a monopoly and produces all the effects which the general voice of mankind attributes to monopoly … the effect of a monopoly is to make articles scarce, to make them dear, and to make them bad … It is good that authors be remunerated; and the least exceptional way of remu- nerating them is by a monopoly. Yet monopoly is an evil; for the sake of good, we must submit to evil; but the evil ought not to last a day longer than is necessary for the purpose of securing the good.“ (Zitiert nach Hadfield [1992] 29-30.) 406 Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 3