ein Wettbewerb entstehen kann. Die dritte Lösung, die im Raum steht, sind Pauschalvergütungsmodelle wie die in Österreich 2012 und 2013 hef- tig diskutierte Speichermedienabgabe oder eine content flatrate. Im Fol- genden werden diese Möglichkeiten kurz besprochen. 4.1 Pauschalvergütungen Pauschalvergütungsmodelle sind kein neues Phänomen: So wurde mit der Einführung der Audiokassetten 1980 in Österreich eine Abgabe einge- führt, die zur Kompensation der Privatkopie herangezogen und von den Verwertungsgesellschaften verteilt wurde. Kompensiert wurde damit die Möglichkeit, Privatkopien von käuflich erworbenen Gütern (Schallplatten) zu machen bzw. aus dem Radio aufzunehmen. Zu dieser Zeit waren die Verwendungsmöglichkeiten der Leerkassetten noch einigermaßen be- schränkt, sodass ein kausaler Zusammenhang zwischen Nutzung und Vergütung nachvollziehbar war. Dies unterscheidet sich wesentlich von der Forderung nach der jüngst diskutierten Abgabe auf alle Speicherme- dien, denn diese werden sowohl benötigt, um legal erworbene Kopien von iTunes, Software, Amazon etc. aber auch auch eigene Fotos, Filme, Pro- gramme, Spiele und vieles mehr abzuspeichern beziehungsweise zu si- chern (Sicherungskopie). Darüber hinaus sind illegale Kopien von einer Vergütung ausgenommen. Die Ausdehnung der Leerkassettenabgabe auf Speichermedien wirft zudem eine Reihe von weiteren Problemen auf, die eine direkte Umlage des Konzepts nicht ermöglichen, wie beispiels- weise die Frage nach der Kompensation. Eine solche kann es nur für lega- le Handlungen geben, denn die pauschale Kompensation von illegalen Handlungen würde diese letztlich legalisieren. Legale Handlungen in Ös- terreich umfassen das Kopieren von legal erworbenen Datenträgern auf Leermedien, sofern die Kopiervorlage nicht mit einem Kopierschutz verse- hen ist. Der Kompensation dieser Handlungen ist nichts entgegenzuset- zen, aber die Einnahmen daraus werden auch entsprechend gering aus- fallen, da es kaum einen messbaren Schaden gibt, den es zu kompensie- ren gilt. Die Probleme, die durch die Digitalisierung entstanden sind, wer- den dadurch nicht gelöst. Ebenfalls ungelöst bleibt die Frage, ob es eine legale Privatkopie aus einer illegalen Quelle gibt. Wenn ja, dann würde die Kompensation schon wesentlich höher ausfallen, denn das würde faktisch für Downloads aller Art gelten. Die Festlegung der Höhe einer solchen Ab- gabe hängt vom Umfang des zu kompensierenden Schadens ab und müsste entsprechend bewertet und berechnet werden. Einschlägige em- pirische Untersuchungen dazu stehen nach wie vor aus. Ein weiteres Problem beschreibt Martin Kretschmer (2011) in einer Un- tersuchung zu Pauschalabgaben in Großbritannien. Die Speichermedien- abgabe wird in der Regel bei den Elektrohändlern eingehoben und be- 411 39. Jahrgang (2013), Heft 3 Wirtschaft und Gesellschaft