456 Wirtschaft und Gesellschaft 39. Jahrgang (2013), Heft 3 tur, Funktionen und Probleme S-DL in Österreich. Die beiden Autoren schaf- fen es gleichzeitig, eine fundierte wis- senschaftliche Beschreibung des Sta- tus quo zu liefern und sich kritisch mit den Entwicklungen im Bereich der S- DL auseinanderzusetzen. In einem – oben nicht beschriebenen Kapitel – weichen Dimmel und Schmid jedoch von eben diesem Gleichgewicht ab: In Kapitel 8 „Ökonomik sozialer Dienstlei- stungen“ werden sechs zentrale öko- nomische Probleme S-DL aufgelistet, ohne in einen gesellschaftspolitischen Kontext gestellt zu werden. So steht das Problem des „Creaming“ (Anbieter von S-DL suchen sich „besonders spannende Fälle“ aus) unhinterfragt neben dem Problem der sogenannten „Welfarization“ (Personen verlassen sich auf den Sozialstaat). Allerdings ist Ersteres auf den Trend der zunehmen- den Vermarktlichung zurückzuführen, während Zweiteres oft von wirtschafts- liberalen Kräften als Argument benützt wird, um Kürzungen im Sozialbereich zu legitimieren. Vorurteile gegenüber EmpfängerInnen S-DL werden über diese scheinbar neutrale Auflistung „ökonomischer Probleme“ eher repro- duziert als reflektiert; eine gesell- schaftspolitische Einbettung der Argu- mente wäre wünschenswert gewesen. Der Kauf des Buches kann dennoch – insbesondere als Einführungs- bzw. Nachschlagewerk – empfohlen wer- den! Julia Hofmann Anmerkung 1 Krenn, Manfred; Papouschek, Ulrike; Simsa, Ruth, Soziale Dienste (Mobile Pflege) in Österreich. Skizze eines Sek- tors (= EAP-Diskussionspapier 5, FOR- BA, Wien 2004).