42. Jahrgang (2016), Heft 4 Wirtschaft und Gesellschaft Ausrüstungen (Maschinen, Fahrzeuge, IKT-Ausrüstungen etc.), deren Dynamik stark vom Export und der Auslastung der Industrie bestimmt wird. Dieses wichtige Segment der Investitionstätigkeit macht etwa 12% des BIP aus, und seit gut einem Jahr ist hier auch eine merkliche Belebung zu beobachten: Im III. Quartal 2016 lagen die Ausrüstungsinvestitionen real bereits um 6,7% (Trend-Zyklus-Komponente, kumuliert) höher als im Vorjahr. Exportstärke und Leistungsbilanzüberschuss Die ausländische Nachfrage nach österreichischen Gütern und Dienstleistungen ist über die letzten Jahrzehnte deutlich rascher gewachsen als alle anderen Nachfragekategorien. Das ist ebenso ein Ergebnis der fortschreitenden Einbindung der österreichischen Betriebe in die europäische Wirtschaft wie der hohen Qualität ihrer Produkte. Gleichzeitig wurde die österreichische Wirtschaft aufgrund dieser zunehmenden Exportorientierung allerdings Opfer der europäischen Rezession 2009 und der darauffolgenden Stagnation bei wichtigen Außenhandelspartnern. Dies spiegelt einerseits die hohen Kosten einer verfehlten europäischen Wirtschaftspolitik, wie der Konsolidierungspolitik zum falschen Zeitpunkt und mit den falschen Mitteln, auch für die heimische Konjunktur. Andererseits kommt darin das Potenzial eines Kurswechsels in der EU auch für den Wohlstand in Österreich zum Ausdruck. Kaum wurde 2015 die Sparpolitik endlich gelockert, begann sich die Eurozone wirtschaftlich zu erholen, was zusätzlich von der Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar unterstützt wurde. Die österreichische Exportindustrie nahm die zusätzliche Nachfrage sofort dankbar auf, und ihre Produktion expandierte zügig: Das VorkrisenProduktionsniveau wurde Anfang 2015 übertroffen, und seither hat der Produktionsindex auch rascher zugenommen als jener der deutschen Industrie. Angesichts dieser Fakten ist es unverständlich, dass in der öffentlichen Diskussion just die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Unternehmen in Frage gestellt wird. Die Stärke des heimischen Exportsektors spiegelt sich auch in der Leistungsbilanz, deren Überschuss stetig zunimmt und 2016 mehr als 8 Mrd. Euro betrug. In diesem Überschuss kommt allerdings in gleichem Maß eine notorische Schwäche der Binnennachfrage zum Ausdruck: Österreich weist ein erhebliches und weiter steigendes Importdefizit auf. Dieses bestätigt, dass die heimische Wirtschaft unter ihren Verhältnissen lebt, deutlich mehr produziert als verbraucht und sich als nicht imstande erweist, den Exporterfolg ausreichend in Investitionsund Konsumnachfrage umzusetzen. Es mehren sich die Hinweise da549