42. Jahrgang (2016), Heft 4 Wirtschaft und Gesellschaft p y it = µ i + δ it + ∑ λ it y it − j + j =1 q ∑ δ ′ij X it − j + ε it j =0 wobei yit die Erwerbstätigenquote im Land i im Jahr t beschreibt und diese von einer länderspezifischen Konstante µ i , einem länderspezifischen Zeittrend δ it und gelagten Werten der Erwerbstätigenquote selbst sowie allen anderen Modellvariablen und einem Fehlerterm bestimmt wird. Um die Stabilität des Modells zu garantieren, müssen p und q, also die am weitesten zurückliegenden Variablen, so gewählt werden, dass der Fehlerterm ε it seriell unkorreliert ist. Diese Gleichung wird für alle drei endogenen Variablen Beschäftigung, Arbeitszeit und Jahreslohn gleichzeitig geschätzt. Bevor die Schätzung durchgeführt wird, müssen die Daten untersucht werden, um einige Entscheidungen bezüglich der genauen Modellgestaltung zu treffen. Der erste Test, der durchgeführt wird, geht der Frage nach, ob die einzelnen Variablen zwischen den Ländern unabhängig ist, ob also keine Querschnittsabhängigkeit besteht. Pesarans (2004) Test für Querschnittsabhängigkeit verwirft die Nullhypothese der Querschnittsabhängigkeit mit hoher Signifikanz für alle Variablen, wie Tabelle 2 zeigt. Die Resultate deuten darauf hin, dass sich alle Variablen nicht nur aus Faktoren in einzelnen Ländern bestimmen, sondern auch stark von den Entwicklungen der anderen europäischen Länder abhängen. Um mit dieser Abhängigkeit umzugehen, wird der Durchschnitt aller Variablen über Länder in die Gleichungen eingefügt, um für Schocks im gesamten Sample (z. B. die Finanzkrise 2008) zu korrigieren. Tabelle 2: Pesarans (2004) Test für Querschnittsabhängigkeit. Nullhypothese: Querschnittsunabhängigkeit Variable Teststatistik P-Wert 9,82 0.00 log(Erwerbstätigenquote) 12,52 0.00 log(Jahreslohn) 36,28 0.00 log(BIP/Kopf) 17,08 0.00 log(Arbeitsstunden) Im nächsten Schritt werden die Zeitreiheneigenschaften der Daten überprüft. Damit das ARDL-Modell angewandt werden kann, müssen die Daten entweder stationär oder nichtstationär sein. Die Zeitreihen müssen allerdings so beschaffen sein, dass sie nach erster Differenzbildung stationär werden (integrated of order 1). Pesarans (2006) Panel Unit Root-Test für querschnittsabhängige Zeitreihen zeigt, dass alle Variablen nichtstationär im benötigten Format sind (siehe Poyntner [2015] für Details). Der letzte Vorbereitungsschritt besteht darin, die Anzahl der eingefügten Lags so zu wählen, dass der Fehlerterm seriell unkorreliert ist. Für alle drei 677