42. Jahrgang (2016), Heft 4 Wirtschaft und Gesellschaft positiven Beschäftigungseffekt hervorrufen. Das letzte Ergebnis zeigt auch einen positiven Zusammenhang des Jahreslohns auf Beschäftigung. Die Ergebnisse zeigen auch, dass das Modell, das mittels MG-Schätzer gepoolt wird, kaum langfristige Zusammenhänge feststellen kann. Das lässt darauf schließen, dass bei diesen Dateneigenschaften der PMGSchätzer, der kurzfristig unterschiedliche Koeffizienten für jedes Land zulässt, aber langfristig gleiche Zusammenhänge schätzt, besser geeignet ist, um Arbeitsmarkteffekte zu untersuchen. Mit diesen Ergebnissen reiht sich dieser Ansatz also in jenen Literaturstrang ein, der einer Arbeitszeitverkürzung positive Beschäftigungseffekte attestiert. Doch auch dieses Studiendesign bringt einige Schwächen mit, auf die nun kurz eingegangen werden sollte und auch Impulse für zukünftige Forschungsarbeiten bringen soll. Ein Kritikpunkt an der Zeitreihenanalyse ist, dass trotz immer besseren Verständnisses für Kointegration mikroökonometrische Methoden wie zum Beispiel Regression Discontinuity Design besser geeignet sind, um Kausalität festzustellen. Zu einem gewissen Grad handelt es sich also um einen trade-off zwischen dem Vorteil, möglichst viele und langfristige Wirkungskanäle in aggregierten Zeitreihen enthalten zu haben, und genaueren, aber nur kurzfristigen und partiellen Analysen mittels Mikrodaten. Ein weiterer Nachteil der gewählten Methode ist, dass zwar langfristige Zusammenhänge geschätzt werden können, es aber nicht möglich ist, die einzelnen Kanäle zu identifizieren. Hier ist zum Beispiel beim Effekt der Arbeitszeitverkürzung auf das Arbeitsangebot noch Raum für Forschungsarbeiten. 5. Conclusio Während historisch viele große Arbeitszeitverkürzungen bis hin zur 40Stunden-Woche vollzogen wurden, ist die durchschnittliche Arbeitszeit in den letzten Jahrzehnten nur noch leicht abnehmend. Die letzte umfassendere Initiative war die Einführung der 35-Stunden-Woche in Frankreich zwischen 1998 und 2002. Mit konstant hohen Arbeitslosenzahlen in vielen europäischen Ländern wird Arbeitszeitverkürzung als Beschäftigungsmaßnahme wieder vermehrt diskutiert. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit eben diesen Beschäftigungseffekten von Arbeitszeitverkürzung. Da selbst einfachste theoretische Modelle keine klare Aussage zu den Beschäftigungseffekten machen können, wurde sich der Frage vermehrt aus empirischer Seite angenähert. Doch auch hier ist die Forschungsliteratur von einem Konsens weit entfernt. Vor allem Arbeiten mit Mikrodaten finden oft keinen oder einen negativen Zusammenhang zwischen Arbeits679