beitsmodellen, besonders ausgeprägt in Deutschland und Österreich.20 2014 beschloss der Stadtrat in Göteborg ein Experiment, um die Effekte einer Arbeitszeitverkürzung auf sechs Stunden pro Tag auf Gesundheit und Lebensqualität zu analysieren. Das Projekt wurde in einem SeniorIn- nenheim bis Ende 2016 umgesetzt. Erste Auswertungen zeigen, dass Be- schäftigte gesünder und zufriedener sind und sich dies auch positiv auf die Qualität der Pflege auswirkt.21 Abseits dieser Beispiele entstanden in den letzten Jahren auch in Öster- reich unterschiedlichste AZV-Modelle auf betrieblicher Ebene. Im Zuge dieser Studie soll daher besonderes Augenmerk auf unterschiedliche Rahmenbedingungen, Motivlagen und Möglichkeiten der Umsetzung ge- legt werden, welche in bisherigen Untersuchungen weitestgehend ausge- blendet wurden (Kapitel 5). Eines der untersuchten Modelle ist die 2013 vereinbarte Freizeitoption (FZO) im Kollektivvertrag der Elektro- und Elektronikindustrie, die mittler- weile auch auf andere Branchen ausgeweitet wurde.22 Die FZO geht nun ins vierte Jahr ihres Bestehens, was die Möglichkeit bot, die bisherigen Er- fahrungen von Beschäftigten zu evaluieren. Frühere Studien zur FZO ba- sieren entweder auf Betriebsratsumfragen23 oder untersuchen die Motive, die Beschäftigte zur Entscheidung dafür veranlasst haben.24 Der zweite Teil dieser Studie soll darüber Aufschluss geben, wie Beschäftigte die FZO verwenden und die subjektiven Auswirkungen auf Privat- und Ar- beitsleben wahrnehmen (Kapitel 6). 3. Methoden Der erste Teil der vorliegenden Studie zielt darauf ab, einen Einblick in Problemlagen, fördernde Aspekte, Barrieren und Risiken sowie Faktoren einer erfolgreichen Umsetzung von betrieblichen AZV-Modellen zu bieten. Die Auswahl relevanter Fälle erfolgte gemäß dem Schneeballprinzip.25 Wert wurde dabei vor allem auf eine breite Variation hinsichtlich Branche, Unternehmensgröße und Unternehmensalter gelegt. Um ein besseres Verständnis über die Funktionsweise der einzelnen Arbeitszeitmodelle zu ermöglichen, wurde auf unterschiedliche Datenquellen zurückgegriffen.26 So wurden sowohl Unternehmensberichte als auch Informationsmateria- lien von BetriebsrätInnen analysiert. Des Weiteren wurden semi-struktu- rierte Interviews mit Beschäftigten, UnternehmensvertreterInnen und Be- triebsrätInnen durchgeführt.27 Im zweiten Teil der Studie wurde anschließend eines der zuvor beleuch- teten Modelle herausgegriffen, um die subjektiven Auswirkungen und Er- fahrungswerte von Beschäftigten im Umgang mit der Freizeitoption zu evaluieren. Dazu wurden 18 problemzentrierte Interviews28 mit Beschäf- 180 Wirtschaft und Gesellschaft 43. Jahrgang (2017), Heft 2