die Wahl der FZO. Sowohl Frauen als auch Männer geben häufig an, die FZO für gemeinsame Tätigkeiten mit Kindern und Familie zu verwenden. Wie bereits erwähnt, wird die FZO vor allem an schulautonomen Tagen oder während der Schulferien häufig konsumiert. Wirft man einen genaueren Blick auf die Aussagen der Interviewpartne- rInnen, so werden jedoch klare Unterschiede zwischen Frauen und Män- nern deutlich. So legen die Interviewaussagen eine vornehmlich traditio- nelle Rollenverteilung nahe. Während weibliche Beschäftigte Beruf und Betreuungspflichten leichter unter einen Hut bringen können, ermöglicht die FZO Männern, mehr gemeinsame Zeit mit den Kindern zu verbringen. Bei Männern geht es hierbei nicht so stark um den Druck, die erforderli- chen Kinderbetreuungszeiten abzudecken, sondern vielmehr darum, „mehr Zeit mit dem Kind zu haben“. So meint ein Arbeiter, der Vater eines sechsjährigen Sohnes ist: „Der Gedanke war bei mir einfach, ein bisschen mehr Freizeit zu haben […], weil ich einen Sohn in relativ jungem Alter habe und ich mir vorgestellt habe, dass ich da vielleicht ein bisschen mehr Zeit habe. […] Wenn ich keine Familie hätte, hätte ich es [Anm.: die FZO] mir wahrscheinlich auch nicht ge- nommen.“ (IP-13) Ein Angestellter, dessen Frau nur geringfügig arbeitet, gibt an, dass er sich während den Schulferien stets frei nimmt und viel gemeinsam mit der Familie unternimmt. „Also wir machen schon viel gemeinsam, auch mit Urlaub und so, das geht sich dann schon gut aus. […] Das heißt, ich bin jedenfalls immer zu Weih- nachten, in den Semesterferien, zu Ostern und im Sommer daheim.“ (IP-9) Diese Aussagen verdeutlichen, dass die FZO von Männern durchaus dafür genutzt wird, um mehr am Familienleben teilzunehmen. Allerdings lassen die Aussagen darauf schließen, dass es hier nur am Rande um die Übernahme regelmäßiger Betreuungsleistungen geht, sondern vielmehr um gemeinsame Freizeitaktivitäten. Für einen Großteil der befragten Frauen hingegen bedeutet die FZO eher eine Entlastung in der Koordinati- on von Haushalt, Kinderbetreuung und Berufsleben. „Ich kann dann eben flexibel sagen, ich muss da jetzt hin. Falls wir jetzt dann Pflege brauchen irgendwann, dass ich mir noch einen Tag frei nehmen muss oder am Montag später kommen muss oder so. […] Weil es ist für eine Hausfrau und Mutter schon eine Belastung, 38,5 Stunden plus eben die Weihnachtszeit einbringen oder eben irgendein Ding, wo man doch früher zur Schule muss, Kind abholen oder Wege erledigen muss.“ (IP-11) Unterschiede zwischen Männern und Frauen werden auch deutlich, wenn es um die Inanspruchnahme der FZO geht. So tendieren Frauen dazu, die FZO regelmäßig zu konsumieren, während Männer eher anspa- ren, beispielsweise für einen früheren Pensionsantritt. Weibliche Befragte begründen dies damit, dass es für sie oft schlicht und einfach nicht möglich 191 43. Jahrgang (2017), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft