Schule, Fachhochschule oder Hochschule teilnehmen.78 Unter den glei- chen Voraussetzungen gilt im Kollektivvertrag für Außeruniversitäre For- schung die Bestimmung, dass bezahlte Freizeit im Ausmaß von einer Woche zu gewähren ist.79 Der Kollektivvertrag der ambulanten mobilen Heim- und Altenhilfe sieht die Gewährung einer bezahlten Bildungsfreistellung im Ausmaß von maxi- mal 16 Stunden innerhalb von zwei Jahren vor, wenn eine gesetzliche Fortbildungsverpflichtung nicht durch angeordnete oder vereinbarte Bil- dungsmaßnahmen abgedeckt ist. Die Inanspruchnahme ist im Einverneh- men zwischen ArbeitgeberIn und ArbeitnehmerIn festzulegen.80 Andere Zeiträume für Bildungsfreistellungen werden in manchen Kollektivverträ- gen im Bereich der Sonstigen Dienstleistungen (S) festgelegt. So gibt es die Regelung, dass den ArbeitnehmerInnen jährlich auf Wunsch eine be- zahlte Bildungsfreistellung von drei Wochen in Anspruch nehmen können, wovon zwei Wochen für Bildungsmaßnahmen vorgesehen sind, die im un- mittelbaren Zusammenhang zur ausgeübten Tätigkeit stehen.81 Vom Ar- beitgeber/von der Arbeitgeberin sind etwaige Kosten wie Kursgebühren o. Ä. zu übernehmen oder eine Fortbildungspauschale von mindestens 350 Euro zu bezahlen. In einer weiteren Bestimmung wird das Ausmaß der Bildungsfreistellung auf die wöchentliche Normalarbeitszeit festgelegt, wobei der Anspruch erst mit Beginn des zweiten Dienstjahres entsteht.82 Damit soll den ArbeitnehmerInnen die Teilnahme an beruflichen, religiö- sen, sozialen, kulturellen oder gesellschaftspolitischen Bildungsveranstal- tungen ermöglicht werden. Im Kollektivvertrag der Chemischen Industrie wird eine Empfehlung ab- gegeben, zur Prüfungsvorbereitung eine Woche Freizeit unter Fortzah- lung des Entgeltes zu genehmigen.83 Überdies wird bezahlte Freizeit von bis zu drei Tagen vorgesehen, wenn sich ArbeiterInnen zu Werkmeis- terInnen qualifizieren und betriebliches Interesse dafür gegeben ist. Im Kollektivvertrag von „Neustart“ ist vorgesehen, dass bei einer Beendi- gung des Arbeitsverhältnisses durch Kündigung oder ungerechtfertigten vorzeitigen Austritt des/der Angestellten oder durch eine gerechtfertigte Entlassung innerhalb von sechs Monaten nach einer bezahlten Bildungs- freistellung, die Ansprüche auf Urlaubsentschädigung oder Urlaubsabfin- dung entsprechend der Freistellung vermindert werden.84 BeamtInnen und Vertragsbedienstete der Länder und des Bundes haben die Möglichkeit, eine berufliche Auszeit in Form eines Freijahres in Anspruch zu nehmen. Dafür müssen die ArbeitnehmerInnen mindestens fünf Jahre ununterbrochen im Dienst gestanden sein, jedoch sind dabei die Zeiten einer Bildungsfreistellung nicht auf diese Frist anzurechnen.85 Für die Pensionsbemessung werden in manchen Kollektivverträgen die Zeiten von Bildungsfreistellungen auf die Dienstzeit angerechnet.86 Als weiteres Beispiel für Bestimmungen im Zusammenhang mit Bil- 225 43. Jahrgang (2017), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft