blick auf die Zone der Entkoppelung längere arbeitslose Phasen das größ- te Risiko darstellen. Darüber hinaus haben AlleinerzieherInnen (überwie- gend Frauen) eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, in die Zone der Entkoppe- lung zu fallen. Selbiges gilt für Menschen mit maximal Pflichtschulab- schluss – im Gegensatz zur Zone der Verwundbarkeit hat die formale Bildung auf die Zone der Entkoppelung also direkten Einfluss. Menschen mit Migrationshintergrund haben demgegenüber kein insge- samt höheres Risiko für die Zone der Entkoppelung. Für sie zeigt sich je- doch ein generationenübergreifendes Phänomen: Sind sie in Familien mit finanziellen Schwierigkeiten aufgewachsen, haben sie eine höhere Wahr- scheinlichkeit, auch selbst in die Zone der Entkoppelung zu geraten und damit die Exklusion ihrer Herkunftsfamilie fortzusetzen. Schließlich ergibt die Kombination aus einer beeinträchtigen psychi- schen Gesundheit und längeren arbeitslosen Phasen einen weiteren Risi- kofaktor in Hinblick auf die Zone der Entkoppelung. 4.2 Auswirkungen auf Mitbestimmung und Interessenvertretung Atypische Beschäftigung bedeutet in ihrer prekären Ausprägung nicht nur Unsicherheit in Bezug auf Erwerbstätigkeit, Erwerbsausmaß oder Ein- kommen. Den bisherigen Forschungsergebnissen entsprechend (siehe Abschnitt 3.2.1) gehen mit atypischen Beschäftigungen häufig auch eine geringere innerbetriebliche Mitbestimmung und eine schwächere Interes- senvertretung einher. Dies bestätigen die Daten des ESS 7 auch für Österreich: Beschäftigte in der durch atypische bzw. prekäre Beschäftigungsformen geprägten Zone der Verwundbarkeit haben mit 20% doppelt so häufig keinerlei Einfluss auf ihre Arbeitsorganisation wie Beschäftigte in der Zone der Integration. Ebenso hat rund die Hälfte der Beschäftigten in der Zone der Verwundbar- Tabelle 8: Innerbetriebliche Mitbestimmung und gewerkschaftliche Vertretung Zone Integration Verwundbarkeit Entkoppelung* keinen Einfluss auf Arbeitsorganisation 10 21 keinen Einfluss auf Entscheidungen 34 52 Gewerkschaftsmitglied 33 18 n (ungewichtet) 465 445 46 Anm.: Angaben in Prozent der Erwerbstätigen im erwerbsfähigen Alter; signifikante Unter- schiede (p < 0,05) zwischen den Zonen in allen drei genannten Bereichen. * Mit n = 46 ist die Anzahl der erwerbstätigen Befragten innerhalb der Zone der Entkoppe- lung zu gering, um sie hier gesondert auszuweisen. 283 43. Jahrgang (2017), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft