aus Deutschland, 75 aus Österreich, 118 aus Großbritannien sowie 60 aus Irland). Die umfassende Analyse basiert auf einem einheitlichen, detaillierten Kodierungsschema, welches mit Hilfe der Kodierungssoftware MaxQDA auf den gesamten Textkorpus angewandt wurde. Dieses Kodierungssche- ma umfasst neben quantitativen Charakteristika (Autor, Wortanzahl und zitierte Quellen) und Klassifizierungen (z. B. welche Form von Reichtum angesprochen wird), vor allem qualitative Kategorien (z. B. das Framing von Ungleichheit). Methodisch orientieren wir uns an der Kritischen Diskursanalyse – einem meist qualitativen Forschungsansatz, der sich sowohl linguistischer als auch human- und sozialwissenschaftlicher Elemente bedient. Dies be- deutet keine ausschließliche, von ihren formativen Bedingungen unab- hängige Analyse von Sprache oder des Textes an sich, da diese im Rah- men ihrer „Produktions“-Kontexte zu erfassen sind. Es bedarf vielmehr bei der Analyse konkreter Diskurse und deren linguistischer Ausgestaltung immer einer Berücksichtigung der gegebenen sozialen, politischen und kulturellen Kontexte, innerhalb derer sich die Diskurse manifestieren. Für dieses Projekt wurde auf das Analyseschema von Jäger (2015) zu- rückgegriffen, da unser Korpus eine vergleichsweise große Anzahl an Texten enthält und daher zu umfangreich für eine rein qualitative Analyse wäre. Der Jäger’sche Ansatz erlaubt es, durch die Nachzeichnung des „gesamten“ Diskursverlaufs und die anschließende Feinanalyse ausge- wählter, zentraler Beiträge größerer Textmengen habhaft zu werden und gleichzeitig auf qualitative Analyseelemente nicht verzichten zu müssen. Auf Huckin (2002) aufbauend, nehmen wir dabei besondere Rücksicht auf mögliche significant silences – also Themen und Diskursstränge, die zwar im Kontext des zur Analyse stehenden Textmaterials relevant wären, je- doch keine explizite Erwähnung finden, in ebendieser Aussparung aber ihre spezifische Bedeutung annehmen. 3. Die Piketty-Debatte in den Printmedien Vor diesem doch sehr stark personalisierenden (und polarisierenden) Hintergrund ist es uns im Projekt – wie auch im vorliegenden Artikel – ein vordringliches Anliegen, das „Phänomen Piketty“ wesentlich im Wege der medialen Repräsentation von Ungleichheit zu begreifen. Folgende The- menstellungen gilt es, dabei näher zu behandeln: (1) Welche zentralen Einstellungen zu Ungleichheit werden über die Medienberichterstattung vermittelt (3.1 und 3.2)? (2) Wie werden mögliche Politikmaßnahmen im Rahmen der Berichter- stattung aufgegriffen und dargestellt (3.3)? 196 Wirtschaft und Gesellschaft 44. Jahrgang (2018), Heft 2