tere Entwicklung ist weithin bekannt; daher bloß eine Auflistung wichtiger Stufen: • 1947-1951: Fünf Lohn-Preis-Abkommen; • 1957: Errichtung der Paritätischen Kommission für Lohn- und Preis- fragen, der neben den Sozialpartnern auch Regierungsmitglieder angehörten; • 1958: Gründung des Paritätischen Ausschusses für Kartellangelegen- heiten sowie des Preisunterausschusses; • 1962: Gründung des Unterausschusses für Lohnfragen durch das Raab-Olah-Abkommen zwischen Bundeswirtschaftskammer und Gewerkschaftsbund; • 1963: Gründung des Beirats für Wirtschafts- und Sozialfragen als drit- ten Unterausschuss, zur breiteren Basis für die Mitgestaltung der Wirt- schaftspolitik; die Experten der Interessenverbände sollten wirt- schafts- und sozialpolitische Fragen unter gesamtwirtschaftlichen Aspekten betrachten und Empfehlungen für die Bundesregierung erarbeiten. • 1968: Einführung der Wirtschaftspolitischen Aussprache, an der auch der Präsident/Vizepräsident der Oesterreichischen Nationalbank und der Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts teilnahmen. Mit der zunehmenden Öffnung der österreichischen Wirtschaft und der Verfestigung der Institutionen reformierte sich auch die Sozialpartner- schaft. Die Paritätische Kommission wurde 1998 still beerdigt, und gemäß der Bad Ischler Erklärung von 2006 wurden alle Unterausschüsse bis auf den Beirat aufgelöst. Die Periode der unmittelbaren Mitregierung war damit zu Ende gegangen. Nun zu den fünf Fragen, die die Zitate aufwerfen. 1. Was sind die Aufgaben der Sozialpartnerschaft? Die am wenigsten umstrittene Aufgabe der Sozialpartner ist der Ab- schluss von Kollektivverträgen durch die Unterorganisationen der WKÖ und der Gewerkschaften.1 Von Wissenschaft und Praxis ist weitgehend unbestritten, dass Lohnbildung im Wege von allgemeinverbindlich erklär- ten Kollektivverträgen zu günstigeren Ergebnissen in Bezug auf sozialen Frieden und Verteilung führt.2 Die Abschnitte 2 und 5 werden auf diese Frage zurückkommen. Gleichfalls weithin akzeptiert ist der erhebliche Beitrag der Sozialpartner zur Berufs- und Weiterbildung. Das umfasst die duale Ausbildung mit den damit verbundenen Initiativen zur Modernisierung der Lehrberufe, Lehrab- schlussprüfungen und Förderungen, wie die berufliche Weiterbildung im Rahmen der WIFIs und BFIs; Kritiker übersehen gerne, dass diese Tätig- 221 44. Jahrgang (2018), Heft 2 Wirtschaft und Gesellschaft