und die langfristigen Zinsen berücksichtigen, um zu untersuchen, ob sich diese alternativen Erklärungsfaktoren zeitverzögert auf die Arbeitslosen- quote auswirken. Die Ergebnisse bekräftigen die Rolle von makroökono- mischen Faktoren als Determinanten der Arbeitslosigkeit. In den Spalten (3) und (6) inkludieren wir schließlich alle möglichen Lag-Terme: sowohl für die Variablen zu Arbeitsmarktinstitutionen als auch für die makroöko- nomischen Variablen Kapitalakkumulation und langfristige Realzinsen. Zudem berücksichtigen wir Lags für Änderungen in den Terms of Trade und im Produktivitätswachstum. Die zentralen Ergebnisse werden erneut bestätigt: Insbesondere der signifikante Einfluss der Kapitalakkumulation auf die Arbeitslosenquote sticht heraus. Die ökonometrische Evidenz für den Einfluss der Arbeitsmarktvariablen kann hingegen bestenfalls als ge- mischt bezeichnet werden. Tatsächlich ist die aktive Arbeitsmarktpolitik die einzige AMI-Variable, die in zwei von sechs Modellen in Tabelle 6 sta- tistische Signifikanz aufweist. Der vierte Bereich unserer Robustheitsanalyse beschäftigt sich mit Inter- aktionseffekten. Die bestehende Literatur ist durch mehrere Studien charakterisiert, die davon ausgehen, dass institutionelle Arbeitsmarktva- riablen sich durch ihre Interaktionen auf die Arbeitslosigkeit auswirken.42 Stockhammer und Klär (2011, S. 449) streichen jedoch hervor, dass „die theoretischen Grundlagen für diese Interaktionen […] unspezifisch sind. So argumentiert beispielsweise der IWF (2003), dass die Effekte unter- schiedlicher Arbeitsmarktvariablen sich gegenseitig verstärken, ohne je- doch im Vorhinein zu spezifizieren, welche Arbeitsmarktinstitutionen inter- agieren sollten. Daraus erwächst ein Problem für jeden Versuch, die Effekte von Interaktionen statistisch zu evaluieren: Weil es zahlreiche po- tenzielle Interaktionen gibt, muss der geneigte Forscher einige finden, die statistisch signifikant sind“.43 Dennoch schätzten wir mehrere Modellspezifikationen, um zu analysie- ren, ob Interaktionseffekte bedeutsam sind. Die Ergebnisse lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Es spielt keine Rolle, ob wir aus- schließlich Interaktionen zwischen institutionellen Arbeitsmarktvariablen, Interaktionen zwischen den AMI-Variablen und den zusätzlichen makro- ökonomischen Kontrollvariablen (Kapitalakkumulation und langfristige Zinsen), oder aber alle Interaktionen auf einmal berücksichtigen. Denn wir finden jeweils keine Evidenz dafür, dass Interaktionseffekte eine systema- tische Rolle spielen. Kapitalakkumulation und langfristige Zinsen bewah- ren hingegen ihr erwartetes Vorzeichen und ihre statistische Signifikanz. Zusammenfassend verwirft dieser Robustheitstest also die Hypothese, dass Interaktionsterme von zentraler Bedeutung zur Erklärung von Ar- beitslosenquoten in OECD-Ländern wären, während wir jedoch neuerlich bestätigen, dass makroökonomische Faktoren berücksichtigt werden müs- sen, um die Arbeitslosenquoten in OECD-Ländern erklären zu können.44 31 45. Jahrgang (2019), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft