Abschließend testeten wir zudem, ob Ausreißer die durchschnittlichen ökonometrischen Ergebnisse in Tabelle 3 beeinflussen. Wir führten Varia- tionen in der Ländergruppe durch, indem wir jeweils ein Land aus der Län- dergruppe ausschlossen. Dieser Robustheitstest verweist darauf, dass das Inkludieren oder Exkludieren einzelner Länder weder die Größe der Koeffizienten noch ihre statistische Signifikanz maßgeblich verändert.45 5.4 Statistische Signifikanz versus ökonomische Relevanz Wer nur auf die statistische Signifikanz von Variablen achtet, könnte in die Irre geleitet werden. Denn Signifikanz impliziert nicht immer, dass die jeweilige erklärende Variable einen Einfluss auf die abhängige Variable hat, der als ökonomisch relevant bezeichnet werden kann.46 Deshalb standardisieren wir nachfolgend die Variablen in unserem Basismodell, um den ökonomischen Einfluss der Arbeitsmarktvariablen und der makro- ökonomischen Variablen herauszuarbeiten. Wir tun dies, indem wir die ge- schätzten Parameter neu skalieren, was darauf basiert, dass wir die Para- meter durch zwei Standardabweichungen dividieren.47 Diese Standardi- sierung ermöglicht eine Einschätzung betreffend die Frage, welche Varia- blen die relevanteste Beziehung mit der Arbeitslosigkeit haben, weil sie die Koeffizienten der Variablen direkt vergleichbar macht. Abbildung 1 beinhaltet zwei „Forest Plots“, welche die standardisierten Koeffizienten für die grundlegenden Ergebnisse im Zeitraum 1985-2011 abbilden. Im oberen Teil der Grafik sind die standardisierten Ergebnisse basierend auf jährlichen Daten dargestellt (siehe Modell [2] in Tabelle 3), und im unteren Teil der Grafik sind die Ergebnisse für die Fünfjahres- Durchschnitte zu sehen (siehe Modell [3] in Tabelle 3). Die Balken, welche die Punktschätzer ergänzen, repräsentieren zwei Standardfehler als Maß für die Unsicherheit rund um die Punktschätzung. Die Ergebnisse sind in zweierlei Hinsicht besonders bedeutsam. Erstens ist der ökonomische Einfluss der institutionellen Arbeitsmarktvariablen auf die Arbeitslosigkeit relativ gering, nachdem die Standardisierung durchgeführt wurde. Keine einzige der Arbeitsmarktvariablen weist ein Unsicherheitsband auf, das nicht die vertikale Nulllinie berühren würde. Zweitens haben die makro- ökonomischen Variablen eindeutig den größten ökonomischen Einfluss auf die Arbeitslosigkeit: Dabei haben die langfristigen Realzinsen einen positiven Einfluss (ein Anstieg der Zinsen erhöht die Arbeitslosigkeit), während die Kapitalakkumulation einen negativen Einfluss nimmt (ein An- stieg der Kapitalakkumulation senkt die Arbeitslosigkeit). Damit bestätigt die Standardisierung der Regressionsergebnisse die ermittelten Resulta- te, wonach die Arbeitsmarktinstitutionen einen viel weniger signifikanten (und ökonomisch relevanten) empirischen Zusammenhang mit der Ar- beitslosigkeit haben als in der Mainstream-Literatur erwartet. Makroöko- 33 45. Jahrgang (2019), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft