nomische Variablen sind hingegen nicht nur statistisch signifikante Deter- minanten, sondern ökonomisch auch höchst relevant. 6. Schlussfolgerungen Eine Vielzahl an wirtschaftspolitisch einflussreichen Studien verwies in den vergangen 25 Jahren darauf, dass die angestiegene Arbeitslosigkeit in OECD-Ländern hauptsächlich auf „Arbeitsmarktrigiditäten“ – wie exzes- sive Arbeitsschutzbestimmungen, Mindestlöhne, dysfunktionale zentrali- sierte Lohnverhandlungen etc. – zurückzuführen sei.48 Die hier vorliegen- de Studie nahm nicht nur eine Bestandaufnahme der bestehenden Evidenz vor, sondern aktualisierte anhand von eigenen Schätzungen die empirische Evidenz. Wir nützten einen Datensatz zu 23 OECD-Ländern im Zeitraum 1985-2013, um zur bestehenden Literatur beizutragen. Wir taten dies, indem wir alternative Hypothesen zur Erklärung von Arbeitslo- sigkeit testeten, wobei wir einen längeren Zeithorizont und eine größere OECD-Ländergruppe berücksichtigten als die meisten vorangegangen Studien und weitreichende Robustheitstests durchführten. Die ökonometrischen Ergebnisse legen nahe, dass die Forschungsfra- ge, ob Standardmaße für „rigide“ Arbeitsmarktinstitutionen in OECD-Län- dern robust mit höheren („strukturellen“) Arbeitslosenquoten im Zusam- menhang stehen, mit einem klaren „Nein“ zu beantworten ist. Tatsächlich verweisen die in der vorliegenden Studie präsentierten Ergebnisse darauf, dass die Sichtweise, wonach Arbeitsmarktinstitutionen den Kern des Ar- beitslosigkeitsproblems ausmachten, nicht durch robuste makroökonome- trische Evidenz gestützt ist. Diese Studie findet, dass Arbeitsmarktinstitu- tionen zwar teilweise einen Einfluss auf die Arbeitslosigkeit in OECD- Ländern haben mögen, dieser Einfluss jedoch an Signifikanz und Rele- vanz deutlich hinter dem Einfluss makroökonomischer Variablen zurück- bleibt. Kapitalakkumulation zeigt einen statistisch signifikanten und ökono- misch relevanten Einfluss, selbst wenn wir für die langfristigen realen Zinsen kontrollieren. Die wichtigste Implikation dieser Ergebnisse ist folgende: Um die Ent- wicklung der („strukturellen“) Arbeitslosigkeit in OECD-Ländern zu erklä- ren, sollten ForscherInnen und wirtschaftspolitische Entscheidungsträge- rInnen hauptsächlich auf makroökonomische Faktoren achten. Die in der vorliegenden Studie präsentierten Ergebnisse verweisen darauf, dass An- stiege in der („strukturellen“) Arbeitslosigkeit jedenfalls nicht einfach durch zunehmende Arbeitsmarktrigiditäten erklärt werden können. Die aggre- gierte makroökonometrische Evidenz unterstützt damit auch dezidiert nicht die wirtschaftspolitische Empfehlung, wonach eine Deregulierung der Arbeitsmärkte – Kürzung von Arbeitslosengeld und Mindestlohn, De- 35 45. Jahrgang (2019), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft