ihr akkommodierendes Reserveangebot und stabilisiert damit neben der liquiditätstechnischen auch die wirtschaftliche Säule der Zahlungsmittel- eignung des Giralgeldes der Geschäftsbanken. Denn aus Bankkunden- sicht sind die Guthaben auf ihren Girokonten im Unterschied zum Bar- geld17 Geldforderungen, die wegen ihrer Belastung mit den Solvenz- und Liquiditätsrisiken der Geschäftsbanken des Gläubigerschutzes bedürfen. Das Reserveangebot der Notenbank wird durch die Valutierung besi- cherter Kredite der Zentralbank an die Geschäftsbanken oder durch Kauf- preisgutschriften aus dem Ankauf von Wertpapieren (vorzugsweise Staatsanleihen) der Geschäftsbanken oder sonstiger Finanzvermögens- inhaber durch die Zentralbank ausgeführt. Die Notenbank fixiert sowohl die erforderliche Risikoqualität (gewöhnlich durch das „Rating“ ausge- drückt) der zur Besicherung oder zum Ankauf zugelassenen Wertpapiere als auch die Verzinsung der Notenbankkredite und der Reserveguthaben der Geschäftsbanken. Und die Notenbank entriert solche Geschäfte zur aktiven Reservebeschaffung nur mit Geschäftsbanken, bei denen die öko- nomische Kapitalsteuerung den regulatorischen Kapitalanforderungen entspricht. Während die Notenbank durch die Kreditbereitstellung, die Beteiligung am Wertpapierhandel und die diskretionäre Zinsfestlegung für Notenbank- kredite und Reserveguthaben („policy rates“) über den Hebel des Reser- veangebots ihr geldpolitisches Instrumentarium (Zins- und Offenmarktpo- litik) schärft, zielt sie mit der Einhaltung der regulatorischen Kapitalvor- schriften als Geschäftsgrundlage für Transaktionen mit den Geschäfts- banken auf die ökonomische Sicherung der Zahlungsmitteleignung des Giralgeldes. Die Geschäftsbanken müssen daher zur Erlangung der not- wendigen Reserven, mit denen sie erst ihr im Kreditvergabeprozess ge- schaffenes Giralgeld als Zahlungsmittel aktivieren können, den jederzeiti- gen Nachweis einer ausreichenden Kapitalausstattung erbringen können. Wobei Umfang und Qualität der Kapitalanforderungen sowie die Methodik ihres Nachweises regulatorisch vorgeschrieben und aufsichtsbehördlich überwacht werden („mikropudenzielle Regulierung“).18 5. Regulatorische Absicherung des Reserveangebots der Notenbank Eine der Kernaufgaben der staatlichen Regulierungs- und Aufsichtsbe- hörde in einem zweistufigen Teilreservesystem ist daher die dauerhafte Sicherung der Zahlungsmitteleignung des Giralgeldes, konkret die jeder- zeitige und uneingeschränkte Verwendung risikobelasteter Geldforderun- gen (Girokontoguthaben) gegen Geschäftsbanken für den schuldbefrei- enden Zahlungsausgleich durch Barzahlungen oder Banküberweisungen. 97 45. Jahrgang (2019), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft