141 46. Jahrgang (2020), Heft 1 Wirtschaft und Gesellschaft Wie zukunftsfähig wirtschaften? Rezension von: Andreas Novy, Richard Bärnthaler, Veronika Heimerl, Zukunftsfähiges Wirtschaften, Beltz Juventa Verlag, Weinheim und Basel 2019, 204 Seiten, broschiert, A 16,95; ISBN 978-3-779-96142-0. Was meint zukunftsfähiges Wirt- schaften, und wie kann es aussehen? Mit diesen großen Fragen beschäfti- gen sich die Autorinnen des vorliegen- den Buchs. Sie haben dabei jedoch nicht den Anspruch, diese Fragen end- gültig und eindeutig zu beantworten, sondern liefern einen Aufschlag für die zentralen wirtschaftspolitischen The- men und Debatten im 21. Jahrhundert. Somit versteht sich das Buch nicht nur als Einstiegslektüre, sondern auch als Debattenbeitrag, der den Rahmen re- zenter wirtschaftspolitischer Fragen des Jetzt und der Zukunft absteckt. Dieses selbstgesteckte Ziel und vieles mehr erfüllt das Buch und bietet die Ausgangslage für viele spannende Diskussionen, sei es innerhalb der in- teressierten LeserInnenschaft, im Se- minarraum an den Fachhochschulen und Universitäten oder auch zwischen ForscherInnen. Wo kommen wir her, wo gehen wir hin? Im Versuch der Beantwortung der Frage, wie zukunftsfähiges Wirtschaf- ten aussehen kann, gliedern die Auto- rInnen das Buch in drei thematische Blöcke: Teil 1 widmet sich der Frage, wie aus theoretischer Sicht bei der Pro- blemlösung aktueller wirtschaftspoliti- scher Fragestellungen mit der Komple- xität realer wirtschaftlicher und gesell- schaftlicher Zusammenhänge umzu- gehen ist. Die AutorInnen brechen da- bei die eine oder andere Lanze für Mul- tiperspektivität in Wissenschaft und Wirtschaft. Besonders relevant ist für interessierte LeserInnen als auch Stu- dierende die Gegenüberstellung unter- schiedlicher Theorieströmungen (Pola- nyi vs. Hayek, Keynes vs. Polanyi) in der Beantwortung der Frage, wie be- stehende Denkkollektive den Rahmen für Problemlösungsstrategien bilden. In Bezug auf die drängenden ökono- mischen Fragen des 21. Jahrhunderts, wie Klimakrise, Digitalisierung und Glo- balisierung, wird dabei deutlich, dass oftmals ein Ausbruch aus bestehenden Denkmustern erforderlich ist, um die aktuellen vielschichtigen ökonomi- schen und gesellschaftlichen Proble- me überhaupt erfassen zu können. Mit diesem im gesamten Buch durchgehal- tenen Ansatz der Problemdarstellung und des Aufzeigens unterschiedlicher Lösungsansätze leistet das Buch für die kritische Auseinandersetzung mit den Problemstellungen des 21. Jahr- hunderts schon mehr als so manches weitverbreitete Lehrbuch der Volks- wirtschaftslehre. Auch wenn das Buch keine Darstel- lung unterschiedlicher Theorien in De- tail und Tiefe leistet, gelingt es, die grundsätzlichen Aussagen und Annah- men dar- und gegenüberzustellen. Da- mit werden den LeserInnen sowohl die Vor- als auch die Nachteile der einzel- nen Theorien im Umgang mit realwirt- schaftlichen Problemen vor Augen ge- führt. Gerade für Studierende der Volkswirtschaftslehre, die am Beginn ihres Studiums ohne tiefgehende kriti- sche Auseinandersetzung mit ökono- mischen Theorien und Konzepten kon- frontiert werden, fördert der von den