geld), deren (Nicht-)Berücksichtigung mit unterschiedlichen Lücken ver- bunden ist. Selbst nach erfolgter Grenzziehung der Vergleichsgruppen und der berücksichtigten Alterseinkommen variiert die Pensionslücke in Abhängigkeit der betrachteten aggregierten Pensionseinkommen. Der Vergleich auf der Grundlage von Medianpensionen liefert einen höheren Gap als auf der Grundlage der Durchschnitte. Die linksschiefe Verteilung der Frauenpensionen, also ihre geringere Medianpension gegenüber der Durchschnittspension und die rechtsschiefe Verteilung der Männerpen- sionen führt zu einem größeren GGP bei den Medianpensionen im Ver- gleich zu den Durchschnittspensionen. Im österreichischen Kontext spielt auch die zwischenstaatliche Pen- sionsversicherung, also Pensionen an Personen, die sowohl in Österreich als auch im Ausland (Vertragsstaaten) Versicherungszeiten erworben haben, eine wichtige Rolle. Der Pensionsstand 2019 bestand zu 19% aus Teilleistungen (21% Männer, 16% Frauen), die aufgrund der kürzeren in- ländischen Versicherungszeiten deutlich geringer ausfallen (Dachverband der Sozialversicherungsträger, 2020). Ihre Berücksichtigung führt vor allem bei den Männern zu geringeren Durchschnittspensionen und damit zu einem geringeren Pensionsgap. Insgesamt ist der Indikator GGP sensitiv gegenüber den skizzierten Grö- ßen. Eng gefasste Vergleichsgruppen, beispielsweise Zugangskohorten eines Jahres, haben den Vorteil einer besseren Vergleichbarkeit, da Frau- en und Männer einer Altersgruppe ähnliche wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen vorfanden. Der Indikator fokussiert die individuelle Einkommenslage; für die ökono- mische Lage im Alter ist jedoch nicht nur das eigene Alterseinkommen, sondern auch der Haushaltskontext entscheidend. Fragen der Armutsge- fährdung bzw. Armutsquoten von Frauen im Alter können daher mit dem GGP-Indikator alleine nicht beantwortet werden. Trotz Einschränkungen liegt die Aussagekraft des Indikators in seiner Entwicklung über die Zeit und in der Vergleichbarkeit genau definierter Gruppen (Pensionsneuzu- gänge eines Jahres). 2. Dimensionen der geschlechtsspezifischen Pensionslücke 2.1 Die Versorgungslücke Im erwerbszentrierten Alterssicherungssystem spiegelt sich die geringe- re Arbeitsmarktpartizipation der Frauen im Vergleich zu den Männern nicht nur in ihren geringeren Pensionshöhen, sondern auch in einem ge- ringeren Anteil an Frauen mit Eigenpensionsansprüchen wider. In Ländern mit ausgebauten Grundsicherungselementen wie der Garan- tiepension in Schweden oder der Volkspension in Dänemark ist der Bevöl- 503 46. Jahrgang (2020), Heft 4 Wirtschaft und Gesellschaft