Seite 20 mit Zeitverlusten verbunden sind und die Vorteile des MIV aufwerten, besonders wenn das Fahrziel in Wien nicht direkt (ohne Umsteigen) erreichbar ist. Zusätzlich zu den angeführten Auswirkungen für PendlerInnen ist am Rande darauf hinzuwei- sen, dass auch die BewohnerInnen der betroffenen Gebiete durch eine Ausweitung der Bewirt- schaftung mit den Kosten für ein Parkpickerl zusätzlich belastet würden. Im Gegenzug würde das Parkplatzangebot in Zonen, die weiterhin unbewirtschaftet bleiben, durch Ausweichen auf diese Stellplätze deutlich reduziert. Nicht zuletzt wäre davon auch die lokale Wirtschaft betrof- fen, da der Wettbewerbsvorteil von Einkaufszentren und Märkten mit eigenem Kundenparkplatz weiter steigen würde. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass eine Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung ohne geeignete flankierende Maßnahmen zu einem Kostenschub für PendlerInnen (aber auch für AnwohnerInnen) führen würde. Daher sollte im Falle einer Umsetzung der diskutierten Pläne jedenfalls eine ausreichende soziale Abfederung überlegt werden. Darüber hinaus ist die ver- kehrliche Wirkung der geplanten Maßnahmen in Frage zu stellen, weil insbesondere die punk- tuelle Bewirtschaftung mit hoher Wahrscheinlichkeit in erster Linie zu einem Ausweichen auf nicht bewirtschaftete Gebiete führen würde. 4.2 Empfehlungen Auf Basis der durchgeführten Auswertungen und der daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen sowie unter Berücksichtigung von Best-Practice-Beispielen werden im Folgenden konkrete Empfehlungen, die aus fachlicher Sicht zur Abfederung von negativen Auswirkungen auf Pend- lerInnen geeignet scheinen, angeführt. Die herangezogenen Best-Practice-Beispiele aus den Städten München und Hamburg (mit Wien vergleichbare Größe), Zürich (Beispiel aus der Schweiz), Linz und Salzburg (österreichische Beispiele) sind im Anhang zusammengefasst. ? Attraktivierung des ÖV, insbesondere im Umland von Wien Ein qualitativ hochwertiges und attraktives Angebot im öffentlichen Verkehr ist die we- sentliche Voraussetzung zur Verlagerung von Pendlerfahrten vom MIV zum ÖV und damit auch zur Entschärfung von Parkplatzproblemen. Viele PendlerInnen sind bereit, vom Pkw auf den ÖV umzusteigen, wenn ein entsprechendes, adäquates Angebot gewährleistet ist. Da der derzeit gültige Verkehrsdienstevertrag zwischen der Stadt Wien und den ÖBB mit Dezember 2012 ausläuft, und zur Zeit der Vertrag für 2012 bis 2017 in Verhandlung ist, eröffnet sich eine große Chance, im Rah- men dieser Verhandlungen die notwendigen Schritte zu setzen und die Basis für eine