Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen - X - Bedeutung von psychischen Belastungen für die Beschäftigungsfähigkeit Etwa 9 Millionen Krankenstandstage im Jahr können – auf Basis der Selbsteinschätzung der Beschäftigten - mit arbeitsbedingten Beschwerden in Verbindung gebracht werden. Dies entspricht etwa 2,6 Ausfalltagen pro Beschäftigter/m. Personen, die mindestens einem psychischen (aber keinem körperlichen) Belastungsfaktor ausgesetzt sind, weisen im Durchschnitt 3,3 arbeitsbedingte Ausfalltage auf; Arbeitskräfte, die am Arbeitsplatz einem körperlichen und einem psychischen Belastungsfaktor ausgesetzt sind, hatten pro Kopf im Schnitt 5,9 Krankenstandstage (Mikrozensus- Arbeitskräfteerhebung Sondermodul 2007). Krankenstandsdauer Zwischen 1996 und 2009 verdoppelten sich Krankenstände aufgrund von psychischen Erkrankungen (ausgehend von einem niedrigen Niveau), während der Anteil der Krankenstände aufgrund der restlichen Erkrankungen gegenüber 1996 rückläufig war. Psychische Erkrankungen verursachten im Jahr 2008 1,9 % der Krankenstandsfälle aber 6,3 % der Krankenstandstage; das heißt, dass psychische Erkrankungen einen überdurchschnittlich langen Krankenstand zur Folge haben. Beschäftigung und Medikamentenkonsum Von den Beschäftigten des Jahres 2008 erhielten rund 9 % der Frauen und 5 % der Männer Antipsychotika, Angstlöser, Schlafmittel, Antidepressiva oder Aufputschmittel verordnet. Vergleicht man die Wirtschaftssektoren miteinander so zeigt sich, dass Arbeiterinnen im Dienstleistungssektor mit 11,3 % und angestellte Frauen in der Land- und Forstwirtschaft mit 8 % die höchsten Anteile aufweisen. Der Anteil der Beschäftigten, die Psychopharmaka und andere Heilmittel verschrieben bekommen, unterscheidet sich nach sozialrechtlichem Status. Arbeiterinnen bekommen durchschnittlich 8,6 Medikamentenpackungen verschrieben, bei Arbeitern sind es 6,1. Angestellte Frauen kommen auf durchschnittlich 6,7 Packungen im Jahr, bei angestellten Männern sind es 5,5 Packungen. Frauen werden demnach im Durchschnitt mehr Medikamente verschrieben als Männern. Obwohl der Anteil der beschäftigten Männer mit Psychopharmakaverordnungen niedriger ist als bei den Frauen, ist der durchschnittliche Verbrauch solcher Medikamente höher als unter Frauen. Bei Arbeiterinnen und Arbeitern wie auch bei den Angestellten zeigt sich das grundsätzliche Muster, dass der Heilmittelkonsum mit steigendem Alter zunimmt. Die Ausgaben (ohne Umsatzsteuer) für Heilmittel erhöhten sich in den vergangenen fünf Jahren mit +25 % deutlich stärker als die Anzahl aller Verordnungen; bei letzteren belief sich der Anstieg zwischen 2005 und 2010 nur auf +13 %. Im Jahr 2010 wurden Heilmittel im Wert von 2,61 Mrd. € verordnet, das entspricht fast 1% der gesamten Wirtschaftsleistung in Österreich. Kostenschätzungen psychischer Arbeitsbelastungen in Österreich und international Die Kosten psychischer Arbeitsbelastungen sind breit gestreut und reichen von den direkten und indirekten persönlichen Kosten (beispielsweise Gesundheitsausgaben/eingeschränkte Lebensqualität) über betriebliche Kosten (beispielsweise Entgeltfortzahlung/Produktionsausfälle) bis