Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen - 10 - weitgehende verabsäumt wurde ihre Qualifikationen an die neuen Gegebenheiten anzupassen, ihnen lebenslangen Lernens anzubieten. Befragungen des ‚Finnish Institute of Occupational Health’ in den 1990er Jahren ermittelten die Gründe für einen vorzeitigen Ausstieg aus dem Erwerbsleben. Die Angst vor oder der tatsächliche Verlust der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit stellten sich als die wichtigsten Gründe für den vorzeitigen Ruhestand heraus. Weiters beeinflussten neben arbeitsbedingtem Stress und Arbeitszufriedenheit auch die allgemeine Lebenssituation, die nichts mit der Arbeit zu tun hat, die Entscheidung über den Zeitpunkt des Erwerbsaustritts. Folgende Aspekte trugen dazu bei, nicht in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen: Verminderung des Ausmaßes und des Zeitdrucks bei der Arbeit, Möglichkeiten für Rehabilitationsmaßnahmen, Verbesserung im Bereich der Arbeitsumgebung, flexiblere Arbeitszeitregelungen, Verbesserung der Arbeitszufriedenheit, bessere betriebliche Gesundheitsförderung und Verbesserung des Führungsverhaltens (vgl. Ilmarinen/Tempel 2002: 186). Abbildung 1.8 zeigt den Anteil der unselbständig Erwerbstätigen, die Über- bzw. Mehrstunden leisten. Dieser Anteil ist bis 2007 gestiegen, sinkt seitdem aber wieder ab. Die Zahl der wöchentlichen Überstunden pro Überstundenleistender/m sinkt seit Jahren kontinuierlich. Das Ausmaß an Über- bzw. Mehrstunden pro Woche sinkt tendenziell zwar ebenfalls, aber gleichzeitig wird von unselbstständig Beschäftigten erwartet, dass sie schneller arbeiten und straffere Zeitpläne einhalten (vgl. EU-OSHA 2009: 9). Abbildung 1.8: Anteil der unselbstständig Erwerbstätigen, die Über- bzw. Mehrstunden leisten seit 2004 20,4 23,3 22,9 24,2 23,1 21,1 21,1 5,0 5,5 6,0 6,5 7,0 7,5 8,0 8,5 9,0 9,5 10,0 - 5,0 10,0 15,0 20,0 25,0 30,0 35,0 40,0 45,0 50,0 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 in St un de n pr o W oc he in % an al len u ns elb sts tä nd ig Er we rb stä tig en Durchschnittliche wöchentliche Überstunden pro Überstundenleistendem/r Quelle: Statistik Austria, MZ-AKE, DUK-Berechnungen. Abbildung 1.9 gibt die monatlichen Bruttomedianeinkommen der Männer und Frauen in verschiedenen Wirtschaftsbereichen wieder. Daraus wird ersichtlich, dass es deutliche (geschlechtsspezifische) Unterschiede in der Entlohnung zwischen den verschiedenen