Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen - 30 - Sowohl in Österreich, Deutschland, Dänemark sowie der EU15 wurden Rückenbeschwerden, muskuläre Schmerzen und/oder Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich oder der oberen und/oder unteren Extremitäten, sowie Stress als häufigste arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden von den Befragten genannt. Laut EWCS 2005 sind in Österreich Rückenbeschwerden mit einer Häufigkeit von rund 24 % die meist genannte Beschwerde, die von den Befragten auf die Arbeit zurückgeführt wird. Darauf folgend geben 22 % der Befragten an, von Stress betroffen zu sein, und rund 20 % klagen über muskuläre Schmerzen und/oder Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich oder der Extremitäten. Was diese drei Beschwerden betrifft, liegt Österreich etwas über dem EU15-Durchschnitt. Des Weiteren litten 11 % der in Österreich Befragten an Kopfschmerzen und 10 % gaben an, eine arbeitsbedingte Verletzung zu haben. Dänemark weist, mit Ausnahme von Rückenbeschwerden, bei diesen vier Hauptbeschwerdearten die jeweils höchsten Werte auf. Bei allen vier Beschwerdearten liegt Dänemark jedenfalls über dem EU15- Durchschnitt. Die höchsten Abweichungen vom EU15- Durchschnitt bestehen in Dänemark in Bezug auf muskuläre Schmerzen im Schulter- und Nackenbereich sowie Stressempfinden: 31 % bzw. 26 % der Befragten gaben an, dass diese Symptome durch die Berufstätigkeit verursacht wurden. In Deutschland scheinen weniger Beschäftigte als in Österreich oder in Dänemark diese Gesundheitsbeeinträchtigungen wahrzunehmen oder führen diese zumindest nicht auf die Berufstätigkeit zurück. In Deutschland leiden 18 % der unselbständig Beschäftigen an Rückenschmerzen, 15 % an muskulären Beschwerden und 15 % unter Stress. 3.1.2 Arbeitsplatzmerkmale: Intensität und Kontrolle Der EWCS 2005 beinhaltet neben demografischen Charakteristika eine Vielzahl an Fragestellungen, die dazu herangezogen werden könnten, psychische und physische Belastungen sowie das gesundheitliche Wohlbefinden am Arbeitsplatz zu untersuchen. Da in der Literatur keine einheitliche Definition psychischer und physischer Belastungen existiert, wurde hier auf die ausgewählten Indikatoren zurückgegriffen, die in der vierten europäischen Erhebung der europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Europa zur Auswertung des Anforderungs- Kontroll-Modells nach Robert Karasek und Töres Theorell (1990) konzipiert wurden. Die von der Stiftung erhobenen Indikatoren psychischer und physischer Belastungs- und Entlastungsmerkmale für die zwei Dimensionen – Anforderungen und Kontrolle – am Arbeitsplatz sind: Anforderungen (Intensität) Hohes Arbeitstempo Termindruck Zeitdruck Diese drei Indikatoren entsprechen den psychischen Anforderungen oder dem Element der Intensität der psychischen Belastung am Arbeitsplatz. Kontrolle (Autonomie) Reihenfolge der Aufgaben Vorgehen der Aufgaben Arbeitstempo Auswahl der Kollegen Freie Pauseneinteilung