Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen - 31 - Diese fünf Indikatoren spiegeln die berufliche Autonomie oder Kontrolle der Beschäftigten über ihre Arbeitsabläufe wider. Die Indexbildung erfolgt durch Addition der Werte und Division (durch 3 beim Intensitätsindex, bzw. durch 5 beim Kontrollindex (nähere Erläuterungen siehe Anhang Übersicht A.1). Der Anforderungen- oder Intensität-Index beträgt für Österreich 47 % und hat somit einen höheren Wert als in den Vergleichsländern Deutschland und Dänemark sowie der EU15 (Abbildung 3.2). Der Index-Wert liegt für die EU15 bei 39 % und für Deutschland und Dänemark bei respektive 45 %. Insbesondere der Indikator „Hohes Arbeitstempo“ liegt in Österreich deutlich über dem EU15-Wert der unselbständig Beschäftigten zwischen 15 und 64 Jahren. Aber auch die Indikatoren „Termindruck“ und „Zeitdruck“ liegen oberhalb der in Deutschland, Dänemark und der EU15 gemessenen Einschätzungen. Alle drei Länder liegen in Bezug auf die Arbeitsanforderungen über dem EU15-Wert und sind somit von einer als hoch empfundenen Arbeitsintensität gekennzeichnet. Abbildung 3.2: Indikatoren zu den psychischen Anforderungen unselbständig Beschäftigter zwischen 15 und 64 Jahren (%) 55,8 51,1 32,6 46,7 52,0 48,9 34,5 45,1 54,3 50,7 28,7 44,543,3 45,3 28,5 39,0 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Anforderung: Hohes Arbeitstempo Anforderung: Termindruck Anforderung: Zeitdruck Anforderungen-Index Österreich Deutschland Dänemark EU15 Quelle: European Survey on Working Conditions 2005, WIFO-Berechnungen. Die Verteilung der arbeitsbedingten gesundheitlichen Beschwerden von unselbständig Beschäftigten zwischen 15 und 64 Jahren nach niedrigen und hohen Anforderungen am Arbeitsplatz in der EU15 deutet auf einen schlechteren Gesundheitszustand bei stark beanspruchten Beschäftigten hin (Abbildung 3.3). Das subjektive Krankheitsbild der Beschäftigten mit beträchtlichen beruflichen Anforderungen – also jenen die zumindest zur Hälfte der Zeit oder manchmal bei hohem Arbeitstempo, unter Termindruck oder unter Zeitdruck arbeiten – ist relativ gesehen zu weniger beanspruchten Beschäftigten, verschlechtert. Die Anteile der körperlichen und psychischen Beschwerdemerkmale der stärker belasteten Beschäftigten sind zumeist doppelt so hoch, wie die der weniger in Anspruch genommenen. Wahrgenommene Symptome des Bewegungsapparats, also Rückenschmerzen, muskuläre Schmerzen und Beschwerden im Schulter und Nackenbereich und/oder in den unteren/oberen Gliedmaßen kommen bei Beschäftigten mit niedrigen Anforderungen zu 16 %