Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen - 106 - Ausfallzeiten von unterschiedlicher Dauer an. Gezählt wurden dabei alle Kalendertage vom Tag der Arbeitsunterbrechung bis zur Wiederaufnahme der Arbeit (einschließlich Wochenenden und Feiertage). Es sollten nur Zeiten berücksichtigt werden, die sich auf die schwerwiegendste Krankheit bzw. die schwerwiegendste Beschwerde, die durch die Arbeit verursacht oder verschlechtert wurden, beziehen.25) Die Verteilung der Ausfallzeiten nach Dauer lässt erkennen, dass ein erheblicher Teil der Personen Fehlzeiten von mittlerer Dauer verzeichnete. Fast 16% der Personen mit einem arbeitsbedingten Gesundheitsproblem blieben zwischen 4 und 13 Tagen vom Arbeitsplatz fern, ebenso viele zwischen zwei Wochen und einem Monat. Der Anteil an Krankenständen von ein bis drei Monaten war mit knapp 10 % auch hoch, jener an Kurzkrankenständen unter vier Tagen mit 7 % vergleichsweise gering. Ebenfalls gering, aber für das Krankenstandsgeschehen und somit auch für die ökonomischen Folgekosten von arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen relevant, war der Anteil an Personen, die Ausfallzeiten von mehr als drei Monaten verzeichneten. Die letzten drei Spalten der Übersicht zeigen die Ergebnisse einer Hochrechnung der angefallenen Krankenstände. Da die Befragten ihre Ausfallzeiten nur anhand einer Bandbreite identifizierten, und keine exakte Angabe in Tagen machen mussten, war für eine solche Hochrechnung eine Verteilungsannahme erforderlich. Durch die Bandbreite der Antwortmöglichkeiten ist auch implizit eine obere und untere Grenze der Gesamtsumme aller Krankenstände gegeben. Multipliziert man jede Angabe im Datensatz mit der höchstmöglichen angegeben Zahl an Ausfalltagen, und summiert die Werte auf, dann ergibt sich diese obere Grenze (12,2 Mio. Ausfalltage). Verwendet man dagegen bei der Multiplikation jeweils den unteren Bandbreitenwert, dann ergibt sich eine Untergrenze von 5,7 Mio. Tagen. Es kann davon ausgegangen werden dass der tatsächliche Wert nicht einem dieser beiden Extreme entspricht, sondern irgendwo zwischen den beiden liegt. Übersicht 4.1: Ausfalltage infolge einer arbeitsbedingten Krankheit bzw. Beschwerde Unselbständig Beschäftigte (Alter 15-64), Ausfalltage in den vorangegangenen 12 Monaten Personen mit arbeitsbedingten Beschwerden Frauen Männer Insgesamt Frauen Männer Insgesamt In % Hochgerechnete Anzahl Tage Werde vermutlich nie wieder arbeiten 0,0 0,1 0,1 0 133.000 133.000 Keine Arbeitsunterbrechung od. < 1 Tag 46,2 45,6 45,9 0 0 0 1-3 Tage 6,8 7,1 7,0 26.243 35.269 61.512 4 Tage bis < 2 Wochen 14,5 16,7 15,7 235.600 352.632 588.231 2 Wochen bis < 1 Monat 16,0 15,7 15,8 658.803 837.846 1.496.652 1 Monat bis < 3 Monate 10,6 9,3 9,9 1.212.485 1.378.121 2.590.600 3 Monate bis < 6 Monate 4,5 3,9 4,2 1.166.478 1.295.836 2.462.318 6 Monate bis < 9 Monate 0,5 1,0 0,8 194.172 561.641 755.813 Zumindest 9 Monate 0,8 0,5 0,6 504.311 381.826 886.136 100,0 100,0 100,0 3.998.092 4.976.171 8.974.263 Quelle: Statistik Austria (Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung Sondermodul 2007); WIFO-Berechnungen. Die Anzahl der Ausfalltage wurde ermittelt, indem die einzelnen Fälle mit der durchschnittlichen Anzahl an Ausfalltagen, die sich aus der Angabe der Bandbreite von Seiten der Erhebungspersonen ergeben, multipliziert und dann aufsummiert wurden. Beispielsweise ergaben sich bei der Angabe eines Ausfalls von „zumindest zwei Wochen aber weniger als ein Monat“ unter dieser Berechnungsmethode (29-14)/2=21,5 Ausfalltage. Fälle von Personen die 25 Wobei alle Fehlzeiten aufgrund dieser Erkrankung berücksichtigt werden sollten, d.h. dass bei Unterbrechungen des Krankenstandes alle Fehlzeiten zusammenzuzählen waren.