Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen - 122 - Übersicht 4.9: Heilmittelkonsums nach sozialrechtlichem Status, Geschlecht und Alter, Oberösterreich 2009, in % Anteil Beschäftigter mit Heilmittel Anzahl der Heilmittel Anteil Beschäftigter mit Heilmittel Anzahl der Heilmittel Männer Frauen ArbeiterInnen 15-24 63,9 3,7 70,6 4,3 25-34 66,2 4,9 77,8 5,9 35-44 71,8 6,8 79,7 7,9 45-54 77,5 10,5 84,7 11,6 55-65 85,0 14,9 90,7 15,7 Angestellte 15-24 61,3 3,8 71,7 4,1 25-34 63,3 4,6 74,3 5,0 35-44 67,6 5,8 73,9 6,2 45-54 73,1 9,2 80,3 9,0 55-65 82,8 13,8 87,3 12,5 Q.: HV-INDIDV, OOEGKK, WIFO-Berechnungen. 4.2.2 Häufigkeit und Verteilung des Konsums von Psychopharmaka Die nachfolgende Analyse baut auf dem Heilmittelverbrauch der unselbständig Beschäftigten und der Arbeitslosen in Oberösterreich im Zeitraum 2005 bis 2009 auf. Es sind nur jene Personen und ihr Heilmittelkonsum berücksichtigt, die am Arbeitsmarkt integriert sind. Nicht beobachtet ist daher die Gruppe der Personen, die aus Krankheitsgründen aus dem Erwerbsleben ausgeschieden ist und eine Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspension bezieht, sowie die Gruppe der Nichterwerbstätigen, die sich aufgrund von Krankheit aus dem Arbeitsmarkt zurück gezogen haben, jedoch keine Pension beziehen. Allein in der Altersgruppe der 55- bis 59-jährigen Männer waren 2009 16 % und in der Altersgruppe der 60- bis 64-jährigen Männer 31,2 % bereits krankheitsbedingt pensioniert. Der Anteil der Frauen an den entsprechenden Altersgruppen lag bei 3,6 % (55-59 Jahre) bzw. 6,1 % (60-64 Jahre). Dabei gilt der „healthy worker effect“, der besagt, dass der Gesundheitszustand der Beschäftigten besser ist als der Gesundheitszustand der Gesamtbevölkerung. Der Medikamentenverbrauch der Beschäftigten sollte damit im Durchschnitt pro Kopf geringer sein als jener der Gesamtbevölkerung HV, GKK Salzburg 2011). Diese beiden genannten Gruppen könnten einen höheren Arzneimittelverbrauch haben als jene, die trotz schlechtem Gesundheitszustand (und Medikamentenkonsum) weiterhin erwerbstätig bleiben können bzw. dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Insgesamt wurden im Jahr 2009 3,1 Mio. Heilmittel an die unselbständig Beschäftigten in Oberösterreich verschrieben, 265.000 bzw. 8% davon waren Psychopharmaka der Gruppe N05A, N05B, N05C, N06A, N06B. Die Verteilung der Verschreibungen zeigt eine kontinuierliche Zunahme über die Altersgruppen hinweg. Bei den Männern gibt es aber einen deutlichen Einbruch ab dem Alter von 60 Jahren, bei den Frauen schon ab dem Alter von 55 Jahren. Sowohl das unterschiedliche Pensionsantrittsalter zwischen Frauen und Männern als auch die krankheitsbedingten Erwerbsaustritte sind für die Rückgänge