Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen - 123 - verantwortlich. Die Vermutung liegt nahe, dass die austretenden Personengruppen einen höheren Medikamentenkonsum haben als die Beschäftigten. Die Übersicht zeigt auch, dass Frauen den größeren Anteil der Heilmittel konsumieren. Ausgehend von einem gleich hohen Anteil in der Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen, verteilt sich der Konsum sowohl bei allen Heilmitteln als auch bei den Psychopharmaka zu einem größeren Anteil auf Frauen. Übersicht 4.10: Verteilung des Heilmittelkonsums der Erwerbstätigen nach Altersgruppen und Geschlecht, Oberösterreich, 2009 15-19 20-24 25-29 30-34 35-39 40-44 45-49 50-54 55-59 60-64 ges. Männer Heilmittel 52.205 79.325 97.657 105.202 133.952 188.681 246.464 271.056 266.591 95.738 1.536.871 davon Psychoph. 1.679 5.482 10.102 10.043 12.661 16.345 18.418 16.838 13.083 3.190 107.841 Frauen Heilmittel 53.018 104.955 127.682 134.777 164.538 219.173 271.775 285.407 207.325 17.398 1.586.048 davon Psychoph. 1.892 6.252 9.989 13.428 18.922 27.878 31.018 29.545 17.264 1.374 157.562 Männer in % aller verordneten Heilmittel bzw. aller verordneten Psychopharmaka Heilmittel 1,7 2,5 3,1 3,4 4,3 6,0 7,9 8,7 8,5 3,1 49,2 davon Psychoph. 0,6 2,1 3,8 3,8 4,8 6,2 6,9 6,3 4,9 1,2 40,6 Frauen Heilmittel 1,7 3,4 4,1 4,3 5,3 7,0 8,7 9,1 6,6 0,6 50,8 davon Psychoph. 0,7 2,4 3,8 5,1 7,1 10,5 11,7 11,1 6,5 0,5 59,4 Quelle: HV-INDIDV, OOEGKK, WIFO-Berechnungen. 4.2.2.1 Verteilung des Psychopharmaka - Konsums nach sozialrechtlichem Status Bei Arbeiterinnen und Arbeitern wie auch bei den Angestellten zeigt sich das grundsätzliche Muster, dass einerseits mit steigendem Alter der Heilmittelkonsum zunimmt und dass andererseits erwerbstätige Frauen mehr Heilmittel verordnet bekommen als Männer. Bezogen auf die Beschäftigten30) nehmen Arbeiterinnen die meisten Heilmittel insgesamt und auch die meisten Psychopharmaka ein. Der Medikamentenkonsum der 55- bis 59-jährigen Arbeiterinnen ist vier Mal höher als jener der 15- bis 19-Jährigen und drei Mal höher als jener der 20- bis 24-jährigen Arbeiterinnen. Ebenso verzeichnen Arbeiterinnen dieser Altersgruppe den vergleichsweise höchsten Konsum von Antipsychotika, Angstlöser, Schlafmittel, Antidepressiva und Aufputschmittel. Ein ähnliches geschlechtsspezifisches Bild wie bei den ArbeiterInnen zeigt sich auch bei den Angestellten. Auch hier haben Frauen einen höheren Heilmittelkonsum: Sie konsumieren durchschnittlich 6,7 Packungen, während angestellte Männer auf durchschnittlich 5,5 Packungen kommen. 30 Es handelt sich hier um die Summe der Beschäftigungstage, bei Ganzjahresbeschäftigten entsprechen die Beschäftigungstage dem Kalenderjahr, bei Unterjahresbeschäftigten (Personen mit Arbeitslosigkeitsphasen) sind nur die Tage in aufrechter Beschäftigung gezählt.