Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen - 125 - Abbildung 4.7: Zunahme der Heilmittel- und Psychopharmakaverordnungen in Oberösterreich zwischen 2005 und 2008, im Vergleich, Zunahme in %. -15,0 -5,0 5,0 15,0 25,0 35,0 45,0 55,0 65,0 15-19 20-24 25-29 30-34 35-39 40-44 45-49 50-54 55-59 60-64 Zu na hm e de r H ei lm itt el 2 00 5 bi s 20 08 in % Männer Psychopharmaka Frauen Psychopharmaka Männer Heilmittel insg. Frauen Heilmittel insg. Quelle: HV-INDIDV, OOEGKK, WIFO-Berechnungen 4.2.2.3 Arbeitslosigkeit und Psychopharmaka Empirische Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und dem Ausmaß bzw. der Dauer von Krankenständen: Leoni et al. (2008) zeigten, dass die Krankenstandsquoten der Arbeitslosen deutlich höher sind als die Krankenstandquoten der aktiv Beschäftigten. Für Deutschland gibt es Befunde, dass Arbeitslose ein höheres Krankheitsrisiko aufweisen als Beschäftigte (Badura et al., 2006). Mit der Dauer der Arbeitslosigkeit verschlechtert sich der Gesundheitszustand. Nach einer Langzeitarbeitslosigkeit von zwei Jahren sind gesundheitliche Beeinträchtigungen bei 32 % der Arbeitslosen gegeben. Die Beeinträchtigungen liegen damit doppelt so hoch wie bei Kurzzeitarbeitslosen (Badura et. al 2006). Hollederer et. al (2006) zeigten, dass sich besonders das psychische Befinden bei Arbeitslosigkeit verschlechtert und dass insgesamt das Krankheits- und Mortalitätsrisiko mit der Dauer der Arbeitslosigkeit deutlich ansteigt. Häufigere Krankheiten bzw. ein schlechter Gesundheitszustand in Phasen der Arbeitslosigkeit lassen einen höheren Medikamentenkonsum der Arbeitslosen gegenüber den aktiv Beschäftigten erwarten. Insgesamt zeigt sich ein deutlicher Unterschied bei den Heilmittelverordnungen (einschließlich Psychopharmaka) zwischen Personen ohne Arbeitslosigkeitsphasen und Personen mit einer Arbeitslosigkeit von drei Monaten und mehr. Personen ohne Arbeitslosenphasen haben über alle Altersgruppen hinweg eine geringere Anzahl an Heilmittelverordnungen. Im Schnitt beträgt bei ihnen die Anzahl der verordneten Heilmittel 7,1 Packungen pro Jahr. Bei einer Arbeitslosigkeit von drei Monaten und mehr liegt die durchschnittliche Anzahl der Verordnungen in allen Altersklassen höher. Die durchschnittliche Anzahl der Heilmittel beträgt hier 10,5 Packungen und ist damit um 50 % höher als bei Personen ohne Arbeitslosenphasen.