Psychische Belastungen der Arbeit und ihre Folgen - 130 - Übersicht 4.14: Durchschnittliche Anzahl von Psychopharmakaverschreibungen in Oberösterreich nach Wirtschaftsabschnitten und Geschlecht, 2008 Arbeiterinnen ang. Frauen Arbeiter ang. Männer Bergbau, Gewinnung von Steinen und Erden 2,0 4,9 7,5 3,5 Energieversorgung 2,3 7,0 4,8 6,4 Land- und Forstwirtschaft; Fischerei 5,1 5,0 6,2 4,8 Kunst Unterhaltung und Erholung 5,7 7,1 4,2 6,4 Beherbergung und Gastronomie 6,0 5,7 6,7 6,8 Erbringung von Finanz- und Versicherungsdiensleistungen 6,1 6,0 6,9 6,6 Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen DL 6,2 6,2 7,5 6,4 Herstellung von Waren 6,5 6,0 6,6 5,9 Verkehr und Lagerei 6,6 5,9 6,4 6,4 Erbringung von freiber., technischen Dienstleistungen 6,6 6,0 8,2 6,0 Handel Instandhaltung und Reparatur von KFZ 6,7 6,3 6,5 6,6 Erziehung und Unterricht 6,7 6,5 10,3 7,1 Bau 6,9 5,6 7,0 5,3 Erbringung von sonstigen Dienstleistung 6,9 6,2 10,5 7,1 Wasserversorgung Abwasser- und Abfallentsorgung 7,1 6,1 7,3 7,6 Öffentli h V rwaltung Verteidigung; Sozialversicherung 7,4 6,6 6,6 7,7 Private Haushalte 7,6 3,9 5,0 2,0 Grundstücks- und Wohnungswesen 7,7 5,7 9,1 8,0 Gesundheits- und Sozialwesen 7,9 6,8 9,5 7,8 Information und Kommunikation 8,7 6,2 5,6 6,9 Durchschnitt 6,3 6,0 7,1 6,3 Quelle: HV-INDIDV, OOEGKK, WIFO-Berechnungen 4.2.3 Kosten der verordneten Psychopharmaka Bezogen auf die unselbständig Beschäftigten und Arbeitslosen in Oberösterreich für den Zeitraum 2005 bis 2009, gingen knapp über 61% der verordneten Psychopharmaka an Frauen und knapp weniger als 39% an Männer. Dieser Mengeneffekt führt dazu, dass die Ausgaben für die Heilmittel der Frauen insgesamt höher sind. Bei den Durchschnittskosten pro Person gibt es große geschlechtsspezifische Unterschiede: Bezogen auf die fünf vorhandenen Beobachtungsjahre betrugen die Kosten bei Männern durchschnittlich 149 € pro Jahr während sie bei Frauen 133 € betrugen (Übersicht 4.15). Diese Unterschiede könnten im Zusammenhang mit unterschiedlichen Packungsgrößen oder Tagesdosen stehen. Diese Informationen waren jedoch nicht vorhanden, um diese Effekte konnten daher die berechneten Durchschnittskosten nicht bereinigt werden. In diesem Fünf-Jahres-Fenster lag zwischen 2005 und 2009 der Anstieg der durchschnittlichen Kosten von Männern bei +13 %, während die verordneten Psychopharmaka bei Frauen im selben Zeitraum um 11 % zunahmen. Auch Bencic et. al (2007) beobachteten diesen genderspezifischen Kostenaspekt bei der Verordnung von Antidepressiva, also einer Untergruppe der hier betrachteten Psychopharmaka. Den Geschlechtsunterschied der Kosten pro verordneter Medikamentenpackung sehen sie darin begründet, dass Männer häufiger neuere Medikamente (patentgeschützt und teurer), Frauen hingegen häufiger Generika verordnet bekommen als Männer. Dies erklärt sicherlich auch die hohen Maximalkosten der Medikamentenpackungen, die in den 5 Jahren bei Männern um durchschnittlich 20 % höher liegen als bei Frauen. Dieser Gender-Unterschied bei den Medikamentenkosten ist nicht nur bei den Psychopharmaka, sondern bei den Heilmitteln insgesamt vorhanden. Es zeigt sich, dass die Durchschnittskosten der an Frauen verordneten Heilmittel um knapp 11% niedriger sind als jene die an Männer gehen.