Verkehr in der Stadt 16 ARBEITERKAMMER WIEN ? Aus Niederösterreich und dem Burgenland pendeln täglich 220.000 Menschen nach Wien, darunter rund 190.000 Arbeitnehmerinnen. Fast drei Viertel der Wien- Einpendlerinnen kommen mit dem Auto, die übrigen fahren mit Bahn und Bus. ? Im Schnitt braucht ein Pendler jedes Jahr 500 Stunden für den Arbeitsweg. Das ÖV-Angebot muss gut sein: eine AK-Umfrage 2009/10 belegt, dass 16 % der Bahn Pendlerinnen wieder überlegen aufs Auto umzusteigen! Wichtig sind Anreize, die nicht nur die Verkehrspolitik betreffen: ? Wohnbauförderung, Raumordnung ? Betriebsansiedlungspolitik ? Schulpolitik ? Parkraumbewirtschaftung ? Öffentliche Infrastruktur (Wohnen, Einkaufen, Ämter, Schulen, Post…) Fahrgäste wollen: ? pünktliche Verbindungen und kalkulierbare Fahrzeiten ? einfache Umsteigemöglichkeiten und einen gesicherten Anschluss ? rechtzeitige, verlässliche Informationen bei Störungen ? „Komfort“ (ausreichendes Platzangebot, Saubere Fahrzeuge) ? als Kundinnen behandelt zu werden, nicht als „Beförderungsfälle“ Fahrgäste sind Verbraucher und sind in einer modernen Verkehrspolitik auch so zu behandeln. Sie haben gesetzlich verbrieften Rechtsanspruch bei mangelhaften Leistungen. Beim ÖV-System in Wien ist eine integrierte. Planung und Abstimmung notwendig. Konkurrenzdenken erzeugt kundenfeindliche Lösungen (Beispiel Umsteigeknoten U-Bahn/S- Bahn Stad lau, Lösungen bei Baustellen etc.). Es sind mehr Angebote gezielt zum Umstieg für Berufs Pendlerinnen: Beispiel „Linzer Jobticket“ (Firmen zahlen 2 €/Beschäftigtem/Monat; Beschäftigte zahlen nur 50 €). Stress, Belastungen am Arbeitsweg: ? Die Zeit, die Pendlerinnen am Arbeitsweg verlieren, kann nicht ersetzt werden ? Die Energie, die Pendlerinnen am Arbeitsweg verlieren, kann nicht zurückgeholt werden ? Lange Arbeitswege, Wechsel verschiedener Verkehrsmittel, häufiges Umsteigen machen Stress und belasten die Gesundheit ? AK Wien hat zur Lage der Wien-Pendlerinnen mehrere Studien veröffentlicht: repräsentative Pendlerbefragungen 3.2.2 Robert Dang – Wiener Linien Laut Masterplan Verkehr aus dem Jahr 2003 soll bis 2020 der Anteil des öffentlichen Verkehrs an den Wegen auf 40 % gesteigert werden. Einer der Handlungsschwerpunkte dabei ist die systematische Bevorrangung von Straßenbahn und Bus. ? Schaffung von selbstständigen Gleiskörpern und Busspuren ? Beeinflussung der Ampelanlagen ? Verkürzung der Haltestellenaufenthaltszeiten durch vermehrten Einsatz von Niederflurfahrzeugen