Verkehr in der Stadt ARBEITERKAMMER WIEN 21 Zu den häufigsten Unfallursachen zählen Konflikte im Kreuzungsbereich: ? Unklare Vorrangsituationen bei Radfahrerüberfahrten führen oft zu gefährlichen Situationen. ? Lichtsignalgeregelte Schutzwege: oftmals zu kurze Grünphasen. ? An den Schutzwegen geht die Anhaltemoral der KFZ seit Jahren zurück. So wurden in Wien bereits im ersten Halbjahr 2010 sechs Menschen bei Unfällen am Schutzweg getötet. Jeder zweite Autofahrer ignoriert die Anhaltepflicht bei Schutzwegen. ? Änderung der StVO – stärkere Berücksichtigung des Fuß- und Radverkehrs (z.B. Kreuzungsbereich). ? Die Grünphase in Sekunden soll der Schutzweglänge in Metern entsprechen. ? Schutzwege und Radfahrerüberfahrten müssen ausreichend beleuchtet werden. ? bauliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduktion der Kfz. ? Aufklärungskampagnen bezüglich Anhaltebereitschaft von Kfz- LenkerInnen Es sind Änderungen in der StVO zur Gleichberechtigung des nicht motorisierten Verkehrs notwendig: ? Derzeit Radwegbenützungspflicht; mögliche künftige Unterscheidung in benützungspflichtige und nicht benützungspflichtige Radwege. ? Derzeit Querungsgeschwindigkeit bei nicht signalgeregelten Radfahrerüberfahrten kleiner als 10 km/h; künftig: angepasste Annäherungsgeschwindigkeit relevant. ? Fahrradstraße: nach deutschem Vorbild eine Straße, in der der Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist und in der andere Verkehrsmittel nur dann erlaubt sind, wenn dies durch Zusatzzeichen angezeigt ist. Fahrräder dürfen nebeneinander fahren, die Höchstgeschwindigkeit ist 30 km/h und es gelten die allgemeinen Vorrangregeln. ? Kombiniertes Verkehrszeichen für Radfahrerüberfahrt und Schutzweg ? Einheitliche Vorrangregeln im Kreuzungsbereich für den Radverkehr ? Ermöglichung von Allgrün für FußgängerInnenquerungen in Kombination mit diagonalem Queren Die Anreizsysteme für eine gesunde, effiziente, sozial- und umweltfreundliche Mobilität – Schlagwort betriebliches Mobilitätsmanagement – müssen weiter ausgebaut werden. Eine gesunde Mobilität der MitarbeiterInnen muss den Betrieben etwas wert sein, etwa durch ein Angebot von Radabstellanlagen oder Dienstfahrrädern (auch Elektrobikes). Auch Wettbewerbe wie „Österreich radelt zur Arbeit“ – MitarbeiterInnen sammeln Radkilometer am Arbeitsweg und werden dafür belohnt – helfen mit, zum Umstieg aufs Rad zu motivieren. Das Projekt Radstation Hauptbahnhof gewährleistet für PendlerInnen sichere Abstellmöglichkeit für ihr Fahrrad in Wien und ist damit Voraussetzung für viele das Fahrrad am Arbeitsweg zu nutzen. Der Kostenaspekt ist ebenfalls nicht zu unterschätzen: es ist kein Ticket für Kernzone Wien notwendig. Aus Sicht der AK und nach internationalen Beispielen könnte eine derartige Einrichtung mit einem Beschäftigungsprojekt gekoppelt werden. 4.2.2 Renate Kaufmann – Bezirksvorsteherin Wien 6 Das Kredo in Mariahilf lautet: „Mehr Lebensqualität und Sicherheit durch faire Aufteilung des öffentlich Raumes“. Dies geschah und geschieht durch folgende Maßnahmen: ? Gehsteigverbreiterungen