Vorwort Die Tätigkeit als BerufslenkerIn, insbesondere im Straßengütertransport, wird von immer weniger Menschen als attraktiver Beruf erlebt. Gleichzeitig stehen sowohl der Bus- als auch der Lkw-Verkehr aufgrund seiner ökonomischen und ökologischen Bedeutsamkeit sehr stark im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Auch die Arbeitsbedingungen der TransportarbeiterInnen sind immer wieder Ausganspunkt für Diskussionen hinsichtlich der Beschäftigtensituation und möglicher Grauzonen in diesem Wirtschaftssegment. Die vorliegende Publikation setzt sich mit zwei sehr konkreten Themenstellungen, die für die LenkerInnen in der täglichen Berufsausübung eine wichtige Rolle spielen bzw spielen werden, auseinander. Dies betrifft einerseits die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten und damit einhergehend die Verfügbarkeit und Qualität von Rastanlagen und andererseits die neue EU-weit verpflichtende Aus- und Weiterbildung für BerufslenkerInnen. Beide The- menkreise wurden von der AK in der Vergangenheit bereits mehrfach anhand von Studien und Tagungen aus Expertensicht analysiert. Die vorliegende Befragung erhebt zu diesen Themen empirisch Einstellungen und Probleme der BerufslenkerInnen und schafft erstmals für Österreich eine umfassende Datengrundlage als Ansatzpunkt für mögliche Verbesse- rungen. Wie sich diese Rahmenbedingungen auf die Arbeit der LenkerInnen auswirken und wie sie von den LenkerInnen wahrgenommen und beurteilt werden, konnte bislang lediglich auf- grund von exemplarischen Einzelfallschilderungen abgeleitet werden. Daher war es aus unserer Sicht dringend notwendig, die LenkerInnen direkt anzusprechen – erreicht haben wir hauptsächlich LenkerInnen in größeren Unternehmen mit gutem gewerkschaftlichen Organisationsgrad. An dieser Stelle sei daher vor allem der Gewerkschaft vida, den Arbei- terkammern in den Bundesländern und dem Fachausschuss Berufskraftfahrer, die bei Ver- teilung und Rücklauf der Fragebögen mitgearbeitet haben und vor allem allen LenkerInnen unser herzlicher Dank ausgesprochen, die bei dieser Befragung aktiv mitgewirkt haben und uns mit den ausgefüllten Fragebögen ihr Vertrauen geschenkt haben. Neben Problemen mit fehlenden Rastanlagen, Überschreitung von Lenk- und Ruhezeiten, zeigt sich, dass zwei bzw drei Jahre, bevor die LenkerInnen ihre verpflichtende Weiterbil- dung abgeschlossen haben müssen, nur ein geringer Prozentsatz diesbezüglich bereits etwas unternommen hat. Die Verantwortung für die Absolvierung der Weiterbildung liegt aber sicher nicht alleine bei den LenkerInnen. Eine Branche, die über fehlenden Nach- wuchs klagt, sollte gerade in Bezug auf die verpflichtende Aus- und Weiterbildung ihrer MitarbeiterInnen proaktiv handeln und besonders energisch tätig werden. Dass dies nicht geschieht zeigt, dass die LenkerInnen weder in Bezug von Ausnahmeregelungen bei Lenkzeitüberschreitungen noch hinsichtlich Gültigkeit und Dauer ihrer Weiterbildung aus- reichend informiert sind.