Im Zuge der Befragung hat sich auch gezeigt, dass die LenkerInnen aber nicht nur mit feh- lenden Rastplätzen und einem Informationsdefizit in Bezug auf ihre Aus- und Weiterbildung zu kämpfen haben. Als weitere Problemfelder haben sich vor allem die schlechte Bezah- lung und die Angst vor Gewalt und Kriminalität herausgestellt. Es zeigt sich auch, dass BerufslenkerInnen – wie von Arbeitgeberseite gerne kolportiert – zwar bereits als Berufs- einsteigerInnen über recht passable Einkünfte verfügen können. Da diese Einkünfte aber zu einem Viertel bis zu einem Drittel aus Spesen für die Abgeltung des höheren Lebens- aufwandes bestehen, erzielen die LenkerInnen im Laufe ihres Berufslebens kaum nen- nenswerte Einkommenszuwächse. Wer in Krankenstand gehen muss, arbeitslos wird, oder in Pension geht, bekommt dann die Rechnung präsentiert, dass der Grundlohn in etwa nur die Hälfte beträgt und damit auch die entsprechenden Leistungen wesentlich geringer sind. Wir wollen mit dieser Publikation aber nicht nur auf Missstände hinweisen, die zT ohnehin schon Jahrzehnte lang bekannt sind. Die von den LenkerInnen erhobenen Forderungen zeigen, wo besonders angesetzt werden muss, um die Situation der BerufslenkerInnen zu verbessern. Dazu zählen neben einer besseren Umsetzung der Weiterbildung, mehr Stell- plätze samt besserer Information über die Auslastung auch Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit der LenkerInnen. Entgegen den immer wieder geäußerten Meinungen, wonach sich die LenkerInnen durch die Behörden „schikaniert“ fühlen, fordert eine Mehrheit der BerufslenkerInnen die Ahndung der „schwarzen Schafe“ durch strengere Strafen bei Sozi- albetrug und bessere Kontrollen der Lenk und Ruhezeiten. Damit können wir anhand unserer Befragung sehr detailliert Auskunft über die Situation aus Sicht der LenkerInnen geben, ihre Forderungen gemeinsam mit den Gewerkschaften effektiver vertreten und einige Feststellungen zur Branche ins Reich der Legenden verban- nen. Sylvia Leodolter