B E R U F S L E N K E R I N N E N A M W O R T 2 V e r k e h r u n d I n f r a s t r u k t u r Bezüglich der Rastanlagen finden es mehr als 60 Prozent der LenkerInnen (bei grenzüber- schreitendem Verkehr 80 Prozent) schwer, abends einen geeigneten Rastplatz zu finden. Positiv scheint der mit 57 Prozent hohe Zufriedenheitsgrad der LenkerInnen mit österrei- chischen Rastanlagen zu sein. Dieses Bild ergibt sich auch, wenn man nach speziellen Qualitätsmerkmalen fragt, wie Beschilderung, Beleuchtung und Anordnung der Rastanla- gen. Dagegen sehr hoch liegt die Unzufriedenheit beim Preisniveau von Speisen und Ge- tränken (über 60 Prozent), sowie mit jeweils etwas weniger als einem Drittel der Befragten beim Zustand der sanitären Einrichtungen und beim Schutz vor Lärm und Blendung. Fah- rerInnen im Güterbeförderungsgewerbe weisen eine höhere Unzufriedenheit als ihre Kolle- gInnen in den anderen Transportkategorien auf. Ein- oder mehrmalige Erfahrungen mit kriminellen Übergriffen machten im Durchschnitt 15 Prozent der LenkerInnen. Im grenzüberschreitenden Verkehr berichten 40 Prozent der Be- rufslenkerInnen von derartigen Erlebnissen, aber auch 25 Prozent der Befragten in kleinen Unternehmen bei Routen im Inland teilen diese Erfahrung. Alarmierend hoch sind Angst vor kriminellen Übergriffen bei der Nutzung von Rastanlagen und Unsicherheitsgefühle bei der Übernachtung. Quer über alle Beschäftigtengruppen zeigt sich, dass weniger als die Hälfte selten oder nie Angst hat und ebenfalls weniger als die Hälfte kann von angstfreier Nachtruhe auf Rastanlagen berichten. Jeder zehnte berichtet von häufiger Angst und jeder fünfte fühlt sich bei der Übernachtung unsicher bzw sehr unsicher. Bei der seit 2008 für BuslenkerInnen und seit 2009 für Lkw-LenkerInnen neu eingeführten Grundqualifikation und Weiterbildung ergibt sich für die Branche ein alarmierendes Bild: Nur wenige Lenker haben bisher die Grundqualifikationsprüfung abgelegt und besorgniser- regend ist der hohe Anteil (65 Prozent) der Lkw-LenkerInnen, die hinsichtlich der erforderli- chen Weiterbildung noch nichts unternommen haben. Die LenkerInnen geben selbst an, nur mittelmäßig über die neuen Bestimmungen Bescheid zu wissen. So weiß zB rd ein Fünftel der BerufsfahrerInnen nicht, wie lange ihr Qualifizierungsnachweis gültig ist, und das, ohne große Unterschiede nach Transportart, Altersgruppe oder Dauer der Unterneh- menszugehörigkeit. Auffallend: Je mehr unterschiedliche Informationsquellen von den Len- kerInnen genannt werden, umso größer ist ihr subjektiver und objektiver Wissensstand über den Fahrerqualifizierungsnachweis. Aus den offenen Antworten der FahrerInnen geht zudem hervor, dass die LenkerInnen die Sinnhaftigkeit der Fahrerqualifikation zT nicht nachvollziehen können – dies ist Anbetracht der mangelnden Information und der Lücken- haften Umsetzung aber auch nicht weiter verwunderlich. Dementsprechend eindeutig sind die Forderungen der LenkerInnen: Rund 80 Prozent er- achten es zur Verbesserung ihrer Situation als sehr wichtig, dass die Weiterbildungskosten von den Unternehmen getragen werden und 74 Prozent erwarten sich bessere Informatio- nen über die neue Fahrerweiterbildung. Strenge Strafen für Sozialbetrug erachten 79 Pro- zent als sehr wichtig bis wichtig. Mehr Stellplätze und bessere Vorinformationen über die Auslastung von Rastanlagen möchten 74 bzw 72 Prozent der LenkerInnen und beinahe 70 Prozent fordern bessere Sicherheitsvorkehrungen auf Rastanlagen. Den LenkerInnen ist durchaus bewusst, dass auch sie einen Beitrag leisten können – mehr als 56 Prozent beur-