B E R U F S L E N K E R I N N E N A M W O R T 6 2 V e r k e h r u n d I n f r a s t r u k t u r Thematik geben, genauere Analysen für die einzelnen LenkerInnen-Gruppen sind im Text erläutert. 3.6.1 LenkerInnen als Opfer von Gewalt und kriminellen Handlungen Ihren eigenen Angaben zufolge waren bereits beinahe 15 Prozent der Befragten einmal oder mehrmals Opfer einer kriminellen Handlung auf einer Rastanlage. Objektiv vorliegende Zahlen zu Kriminalität auf Rastanlagen gibt es für Österreich nicht21. Daher kann diese Frage nur anhand von Befragungen des betroffenen Personenkreises beantwortet werden. Eine in mehreren Staaten durchgeführte Umfrage der IRU22 unter Fahrern ergab, dass 17 Prozent aller FahrerInnen in einem Zeitraum von 5 Jahren Opfer einer kriminellen Handlung gewesen sind, wobei aber der Tatort in der Abfrage nicht erho- ben wurde.23 Die eigene Erfahrung, Opfer einer kriminellen Handlung zu sein (Einbruch, Taschendiebstahl, Diebstahl allgemein, tätliche Übergriffe, Autoeinbruch), hat im Durch- schnitt ein Fünftel der ÖsterreicherInnen gemacht24. Die Ergebnisse unserer Befragung zeigen, dass es innerhalb der Gruppe der BerufslenkerInnen sehr große Unterschiede im Kontakt mit kriminellen Übergriffen gibt, so sind einige Gruppen beinahe dreimal häufiger mit Kriminalität konfrontiert als der Durchschnitt. Detailliertere Analysen zeigen etwa, dass in kleineren Unternehmen rund ein Fünftel der LenkerInnen und damit auffallend viele berichten, ein- oder mehrmals Opfer einer kriminel- len Handlungen geworden zu sein. Interessant ist, dass LenkerInnen kleinerer Unterneh- men, insbesondere bei Routen im Inland, sehr häufig mit Kriminalität zu tun haben (25 Pro- zent ein- oder mehrmals). LenkerInnen großer Unternehmen haben in Österreich praktisch nie mit Kriminalität zu tun, hier berichten nur zwei Prozent der LenkerInnen ein- oder mehrmals Kriminalitätsopfer geworden zu sein. Am häufigsten betroffen sind LenkerInnen mit grenzüberschreitenden Fahrten, hier berich- ten rund 40 Prozent von entsprechenden Erfahrungen, bei den LenkerInnen mit Touren in Österreich und Nächtigung zuhause, sind es nur fünf Prozent. Verglichen nach Transport- art, zeigt sich, dass LenkerInnen im Gütertransport häufiger Opfer von Kriminalität sind. Haben LenkerInnen im Werkverkehr mit überwiegenden Routen in Österreich mit drei Pro- zent an Betroffenen besonders selten mit Kriminalität zu tun, so sind es im grenzüber- schreitenden Güterverkehr über 40 Prozent. Dies mag auch die Ursache dafür sein, dass die besserverdienenden LenkerInnen häufiger Opfer von Kriminalität auf Rastanlagen wer- den. 21 Parlamentarische Anfrage von AbgzNR Gerhard Steier über Kriminalität im Straßengüterverkehr, 2009. http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/AB/AB_01097/fname_156722.pdf 22 International Road Transport Union 23 Attacks on Drivers of International Heavy Goods Vehicles. Survey Results. International Road Transport Union, 2008. 24 Kuratorium für Verkehrssicherheit. Sicherheitsbarometer 2009.