B E R U F S L E N K E R I N N E N A M W O R T 1 0 0 V e r k e h r u n d I n f r a s t r u k t u r Zusätzlich zu den vorgegeben Verbesserungsmaßnahmen hatten die LenkerInnen auch die Möglichkeit, eigene Verbesserungsvorschläge zu nennen. Bei diesen offenen Antwor- ten dominieren ganz klar die Forderung nach besserer Bezahlung (KV28-Erhöhung, höhe- res Grundgehalt, bessere Diäten, eigener KV für Tankwägen), mit Abstand folgten Kontrol- len durch Behörden (Kfz, Lohnschema, Kabotage, Ost-Lkw), qualitativ bessere Arbeitsbe- dingungen (weniger Zeitdruck, weniger Ladetätigkeit, mehr Weiterbildung) und Sonstiges (besseres Sozialprestige für Beruf „FahrerInnen“, besserer Austausch unter Kollegen über Alltag oder bessere Sanitäranlagen). Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, dass die Aktivitäten und Forderungen der AK, den Verbesserungswünschen der LenkerInnen entsprechen und dass die AK auch Rückhalt bei schwer durchsetzbaren Anliegen, wie der Forderung nach strengeren Strafen für Unter- nehmen bei Sozialbetrug, hat. 5.2 Offene Antworten Aus den offenen Antwortmöglichkeiten darüber, wo BerufsfahrerInnen der Schuh drückt, lassen sich viele interessante Anregungen herausfiltern: Im Bereich der Grundqualifikation und Weiterbildung äußern einige Zweifel an der Sinnhaf- tigkeit der Ausbildung. Dieses Problem lässt sich auch unmittelbar in den Weiterbildungs- kursen feststellen: Weil die Weiterbildung durch reines „Absitzen“ der vorgeschriebene Zeit absolviert werden kann, geht einem Großteil der LenkerInnen die Motivation für diese Wei- terbildung verloren. Die LenkerInnen nehmen auch wahr, dass sie trotz Absolvierens des Fahrerqualifizierungsnachweises weiterhin nicht als FacharbeiterInnen, sondern als Hilfs- arbeiterInnen eingestuft sind. Als interessanter Hinweis auf eine Verbesserungsmöglichkeit der Weiterbildung kann die Feststellung gewertet werden, dass „Erste-Hilfe“ derzeit nur ungenügend behandelt wird. Zum Thema Bezahlung wird eine „ordentliche Entlohnung“ gefordert; dh mehr Geld für we- niger Arbeitsstunden. Dies steht auch in engem Zusammenhang mit der sozialen Anerken- nung: Es wird die Meinung geäußert, dass die Verantwortung des Fahrers nicht im Gleich- klang mit der Bezahlung steht. Zur Frage der Kontrollen auf der Straße fühlen sich einige FahrerInnen unfair gegenüber Ost-Lkw in Österreich behandelt; es wird angegeben, dass Ost-Lkw zB bei Überholverbo- ten und Geschwindigkeitsüberschreitungen nicht belangt werden. Beim Thema Rastanlagen auf Autobahnen kommen viele auf knappe und mangelhafte Parkplätze sowie überhöhte Preise für Speisen und Getränke zurück. 28 Kollektivvertrag