KOMMUNALER AUSVERKAUF – VON DER KRISE DER PRIVATISIERUNG ARBEITERKAMMER WIEN 13 HEIDRUN MAIER - DE KRUIJFF: DER WERT KOMMUNALER DIENSTLEISTUNGEN MMag.a Heidrun Maier-de Kruij f f ist Generalsekretärin des Verbands der Öffentl ichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österre ichs. Der VÖWG vertr i t t die Interessen der öf fent l ichen Wirtschaft, insb e- sondere im Bereich der Daseins -vorsorge. In Zeiten von knappen Kassen und Spardruck bei öffentlichen Haushalten wird gerne die Privatisie- rungskarte gezogen. Auf den ersten Blick eine trügerische Möglichkeit Budgets zu entlasten. Der Verband der Öffentlichen Wirtschaft und Gemeinwirtschaft Österreichs (VÖWG), der Verband der kommunalen Unternehmen Österreichs (VKÖ) sowie der Österreichische Städtebund sind davon überzeugt, dass dieser erste, oberflächliche Blick täuscht und die Kosten solcher Abenteuer am Ende hoch sind. Daher wurde im Jänner 2012 bei der Agentur „agnes streissler – wirtschaftspoliti- sche projektberatung“ die Studie „Der Wert kommunaler Dienstleistungen in Wien“ in Auftrag gege- ben, deren Ergebnisse nun vorliegen. Dazu wurden ausgewählte öffentliche Dienstleister anhand von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Kriterien untersucht (Wiener Linien, Wien Energie, MA 48 Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark, Wasser und Abwasser in Wien/MA 30, 31 und EBS Wien) und internationale Referenzbeispiele herangezogen. Die Ergebnisse auf einen Blick ? Jeder Euro, der in den untersuchten kommunalen Infrastrukturunternehmen an Wertschöpfung erwirtschaftet wird, bringt weitere 1,7 EUR an Wertschöpfung für die gesamte Volkswirtschaft. Und jeder Arbeitsplatz bei diesen Unternehmen erhält weitere 1,8 Arbeitsplätze in der Region. ? Kommunale Dienstleistungsunternehmen haben in den vergangenen wirtschaftlichen Krisenjah- ren ihren Beschäftigtenstand weitestgehend stabil gehalten und wesentlich zur Stabilisierung der regionalen Wirtschaft in Krisenzeiten beigetragen. ? Die Gewinne kommunaler Unternehmen sind im Vergleich zu privaten Anbietern deutlich gerin- ger, dafür sind die Investitionsquoten deutlich höher und langfristige Planung spielt eine wichtige- re Rolle.